Krise verschont Nestlé

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Investition in den Standort: Werksleiterin Weindlmaier vor einem Bild der Rotomaten.

Mühldorf - Babynahrung sei weitgehend unabhängig von der Wirtschaftskrise, fasst Sigrid Weindlmaier, Werksleiterin von Nestlé in Weiding, das vergangene Jahr zusammen.

Den Geburtenrückgang habe das Unternehmen dagegen leicht gespürt.

Grundsätzlich gilt nach Angaben Weindlmaiers im Bereich der Babynahrung: "Wenn die Eltern das Produkt wollen, ist der Preis nicht das ausschlaggebende Kriterium." Deshalb seien Kunden im Bereich Babynahrung und Beikost, wie sie in Weiding hergestellt werden, nicht auf billigere Produkte ausgewichen. Bedeutsamer ist der allgemeine Geburtenrückgang, der natürlich Auswirkungen auf die Nachfrage habe.

Die Verlagerung von Produktionsteilen nach Frankreich hat sich laut Weindlmaier nicht negativ ausgewirkt. In Frankreich werden Lebensmittel in Plastik abgefüllt, wodurch die Auslastung der Weidinger Glaslinie zurückgegangen ist. Da die Ware aus dem Werk in Frankreich in Weiding umgepackt werden muss, ging der Produktionsrückgang nicht zu Lasten der Zahl der Beschäftigten.

Nahezu unverändert 380 Frauen und Männer sind in Weiding beschäftigt, das seien durch natürliche Fluktuation etwa fünf bis zehn weniger als im vergangenen Jahr. In der Verwaltung gebe es drei neue Arbeitsplätze, unter anderem im Bereich des Umweltschutzes.

"Wir sind uns unserer Verantwortung als Unternehmen in diesem Bereich sehr bewusst", betont Weindlmaier. Ein Verfahrenstechniker ermittele, wie die Firma Energie sparen könne. So will Nestlé künftig warmes Wasser, das aus der Sterilisation direkt in die Kläranlage geleitet wird, per Wärmetauscher bei der Erhitzung von Säften nutzen. Weitere Investitionsvorhaben in diesem Bereich würden derzeit ausgearbeitet. Weindlmaier wertet diese Aktivitäten auch als Bekenntnis zum Standort Weiding: "Das ist ein bewusstes Zeichen. Auch wenn unsere Glasmengen niedriger sind, haben wir Einstellungen vorgenommen und investieren." Die weitere Verlagerung von Produktionsmengen sei nicht geplant.

Im Gegenteil: Die Herstellung von Produkten, die bislang andere Firmen für Nestlé hergestellt hätten, seien ins Werk verlagert worden. Die Auslastung bezeichnete die Geschäftsführerin als stabil, die Belegschaft arbeitet in zwei Schichten, fünf Tage die Woche; ausnahmsweise habe es auch Samstagsarbeit gegeben. Stillstandszeiten an Pfingsten, Ostern und im Sommer dienten Baumaßnahmen an den Anlagen. Die Investitionen bezifferte Weindlmaier auf drei Millionen Euro.

Wichtig sei die Verbesserung der Hygiene im Werk und die Optimierung der Haltbarmachung. Neun Rotomaten würden so umgebaut, dass sie die gleiche Steuerung und Be- und Entladebereiche hätten: 1,3 Millionen Euro hat Nestlé dafür laut Weindlmaier investiert, "damit das neue Herzstück der Fabrik entstehen kann".

Die Investition hat ein Ziel: Nestlé will in Weiding künftig frischer produzieren. Statt viermal im Jahr sollen die Nahrungsmittel künftig achtmal und in kleineren Mengen hergestellt werden, damit sie im Handel länger haltbar sind. Geld hat Nestlé außerdem für die ständige Modernisierung des Regionallabors ausgegeben, wo nach Rückständen in Lebensmitteln geforscht wird.

Dazu setzte das Unternehmen auch im vergangenen Jahr massiv auf Schulung der Mitarbeiter in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheit.

hon

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser