Kraftanstrengung der SOB

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Auch der Bahnhof Mühldorf wird umgestaltet: Abteilungsleiter Kollai auf dem Steg, zu dem demnächst vier Aufzüge führen.

Mühldorf - Mit der Einweihung der Innbrücke auf der Bahnstrecke Richtung Tüßling am Montag geht für die Südostbayernbahn (SOB) eine intensive Phase zu Ende.

In sehr kurzer Zeit hat die SOB Geld aus den Konjunkturprogrammen verplant und verbaut.

Dabei ist die neue Innbrücke nur das sichtbarste, aber nicht das teuerste und aufwendigste Vorhaben, das die SOB in Angriff genommen hat. Mehr Geld und Planungskapazität hat die Ertüchtigung der Strecke bis Burghausen gebraucht: Das elektronische Stellwerk in Burghausen und die entsprechende Umrüstung der Bahnhöfe Altötting, Kastl, Pirach und Burghausen, der Bau eines Kreuzungsgleises in Kastl, Umbauten an Bahnhöfen führten laut SOB-Abteilungsleiter Dennis Kollai zu Kapazitätserweiterungen auf der Strecke ins Chemiedreieck. 22,9 Millionen Euro hat die SOB dafür aufgewendet, mehr als 18 Millionen kamen aus dem Konjunkturpaket eins. Die Maßnahmen zeigten nach der Weltwirtschaftskrise Erfolg, sagt Kollai: Obwohl die Industrie mehr Züge und Waggons aus dem Chemiedreieck fahre, gebe es nur minimale Verzögerungen.

Jetzt also die neue Innbrücke für 11,8 Millionen Euro und dazu das kommende Meisterstück der SOB: Die Planung des Ausbaus der Bahnstrecke bis Tüßling, die derzeit läuft. Die kostet zwar nur 2,5 Millionen Euro, stellt die Planer aber vor allem im Bereich Mühldorf vor erhebliche Probleme: Die Bahnstrecke verläuft durch Wohngebiete, Anwohner müssen mit großen Belästigungen während der Bauphase rechnen, manche Grundstücke entlang der Bahn werden deutlich beschnitten.

Um möglichst ohne verzögernde Gerichtsverfahren den Bau beginnen zu können, hat die Bahn die Bürger frühzeitig und vor der formellen Beteiligung informiert. Einige Hindernisse seien durch Umplanungen bereits aus dem Weg geräumt, berichtet Kollai. "Wir hoffen, dass so die Einsprüche im Planfeststellungsverfahren abnehmen werden."

Trotzdem kämpfen die SOB-Planer auch in diesem Bereich mit dem Zeitplan. Ein zusätzliches Gutachten über die Lärmbelastung während der Bauzeit wird erst Ende Januar vorliegen, die Auslegung der Pläne im Planfeststellungsverfahren ist dann erst Anfang des kommenden Jahres möglich. Trotzdem betont Kollai: "Dann sind wir genau im Zeitplan und wir schaffen den Baubeginn, den wir politisch beschlossen haben." Und 2015 soll der zweigleisige Ausbau fertig sein.

"Ich bin stolz auf das, was wir derzeit alle schaffen", sagt Kollai, dessen Stammmannschaft zu Beginn der Planungstätigkeiten aus drei Leuten bestand. Heute sind es auch mit Hilfe externer Ingenieure 20, die die Arbeiten vorantreiben. Denn zu den großen Projekten aus dem Konjunkturprogramm eins kommen kleinere Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm zwei, die der Beschleunigung des Personenverkehrs dienen. Neue Signale bei Neumarkt-St. Veit, neue Gleise zwischen Sulzbach und Pocking, der Umbau des Bahnhofs Mühldorf: Die Pünktlichkeit ist gegenüber dem vergangenen Jahr von 84 auf 99 Prozent gestiegen.

Trotz der positiven Bilanz, die Kollai zieht, weiß der Planer, dass das Image der SOB vor allem von einer Strecke abhängt: der nach München. Von den 31400 Fahrgästen täglich sind 14200 Richtung München unterwegs. Und die erleben trotz aller Bemühungen der SOB auf der hoffnungslos überlasteten Strecke immer wieder Verspätungen oder Streckensperrungen. (Siehe auch den Bericht "Private Finanzierung ist vom Tisch").

hon/Mühldorfer Anzeiger

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