Nach einem Jahrzehnt der Planung: H&M öffnet

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Der neue H&M in Mühldorf
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Ein erster Blick in den H&M am Stadtplatz. Fachleute sehen die Ansiedlung der schwedischen Modekette als Beleg für die überdurchschnittliche Anziehungskraft Mühldorfs aus. Die Lage verbunden mit einem großen Einzugsgebiet und die Entwicklung von Innenstadt und Außenbereich haben nach ihrer Ansicht Mühldorf zu einem attraktiven Standort für weitere Unternehmen gemacht.

Mühldorf - Heute öffnet der H&M am Stadtplatz. Mehr als zehn Jahre sind seit der ersten Idee vergangen! Dabei war die Suche exemplarisch dafür, welche Probleme die historische Altstadt Hausbesitzern und Investoren macht.

Die Toplagen sind fest vergeben an K&L, Schmederer oder Müller, in anderen Häusern fehlen große, zusammenhängende Flächen. Auf der anderen Seite steht die große Anziehungskraft der Stadt, wie Stefan Beer beim jüngsten Immobilienstammtisch schilderte. Beer, der den Standort für H&M entwickelt und gebaut hat, sagt: "Mühldorf ist ein sehr interessanter Einzelhandelsstandort." 250.000 potenzielle Kunden leben im Umkreis einer halben Stunde, die nächste größere Stadt ist mindestens 45 Minuten entfernt. Besonders wichtig ist in den Augen Beers die gemeinsame Entwicklung der Innenstadt und der Einkaufsmärkte im Norden. Diese gemeinsame Entwicklung habe Mühldorf zum großen Magnet für Kunden in der Region gemacht.

Fotos der Bauarbeiten vom Frühjahr:

Baustelle in Mühldorf

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Für interessant hält Beer auch die Gespräche mit H&M. Vor zehn Jahren habe H&M auf ein Geschäft in Bestlage unter den Arkaden bestanden, Jahre später sei auch die gegenüberliegende Seite hinter der Bushaltestelle denkbar gewesen. Neben die Frauenkirche aber wollte die Modekette nicht ziehen. Erst ein Neubau mit weitgehenden Gestaltungsfreiheiten habe den Ausschlag für die Entscheidung gegeben.

H&M äußert sich zu den Gründen für die Standortentscheidung nicht. "Dazu sagen wir nichts, wir wollen unseren Mitbewerbern keine Informationen geben", sagt Hendrik Heuermann von der Pressestelle von H&M. Er bestätigt jedoch die Aussage von Projektentwickler Beer, dass Mühldorf "derzeit der Standort mit den wenigsten Einwohnern ist". Beer sprach davon, dass das Unternehmen in Mühldorf erstmals in einer Stadt mit weniger als 30.000 Einwohnern eine Filiale eröffnet habe.

Bürgermeister Günther Knoblauch hofft, dass H&M den Grundstein für die Ansiedelung weitere Einzelhandelsketten gelegt hat. Seit Jahren ist C&A im Gespräch, ein Standort ist in unmittelbarer Nähe zu H&M im Dönerhaus möglich, die Verhandlungen laufen.

Für Markus Epple von der Markt- und Standortberatungsgesellschaft ist die weitere Entwicklung entscheidend: "Mühldorf erfüllt derzeit alle Faktoren", sagte er beim Immobilienstammtisch. "Die Frage ist, wie erhält man das in den nächsten zehn bis 15 Jahren." Es komme darauf an, die Flächenprobleme zu lösen: "Interessante Firmen brauchen größere Flächen."

Zwar will die Stadt auf dem Gelände des Kindergartens großflächige Geschäfte ermöglichen, auch bei einem Erweiterungsbau im Dönerhaus wäre das möglich; grundsätzlich müssen sich nach Ansicht von Bürgermeister Knoblauch vor allem benachbarte Hausbesitzer zusammen tun, um über Grundstücksgrenzen hinweg große Flächen zu schaffen. Untersuchungen der Stadt hätten ergeben, dass am oberen Stadtplatz bis zu 1500 Quadratmeter zusammen kommen könnten, am unteren sogar 1700.

Damit könnten Flächen geschaffen werden, die die von H&M übertreffen. 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche hat der neue Laden nach Angaben von Marktleiterin Jaqueline Seitz. Dort arbeiten 40 Mitarbeiter größtenteils in Teilzeit, 30 von ihnen waren bislang nicht bei H&M beschäftigt. Sie arbeiten in einem sogenannten Familienhaus, das auf zwei Etagen Abteilungen für Frauen, Jugendliche, Kinder und Männer anbietet, wobei rein flächenmäßig der Kinder- und der Frauenbereich die größten sind.

H&M öffnet heute um 11 Uhr.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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Markus Honervogt

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