BFZ hilft bei Einstieg ins Berufsleben

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Mühldorf - Das Berufliche Fortbildungszentrum hilft als Maßnahmenträger der Arbeitsagentur bei Bewerbung, Alltagsbewältigung und Jobsuche für Jugendliche.

Oft scheitert es schon an der richtigen Kleidung zum Vorstellungsgespräch, dass Menschen, die lange Zeit keine Arbeit hatten, den Wiedereinstieg ins Berufsleben nicht schaffen. Das Berufliche Förderzentrum der Bayerischen Wirtschaft BFZ versucht hier Abhilfe zu schaffen. In der Außenstelle in Mühldorf in der Herzog-Friedrich-Straße werden derzeit 65 Teilnehmer in drei Maßnahmen betreut, berichtet Seminarleiterin Franziska Rauscheder.

"Wir begleiten Menschen zurück in den Beruf und ins Leben", sagt sie. Das BFZ gehört zum bundesweiten Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, einem Netzwerk aus Bildungs- und Beratungsunternehmen mit über 5500 Mitarbeitern. Zu dem Netzwerk gehören neben dem BFZ, eine Gesellschaft zur Integrationsförderung und die Arbeitsvermittlungsagentur Procedo.

Die Teilnehmer werden über die Arbeitsagentur in die verschiedenen Kurse, die im Behördendeutsch Maßnahmen heißen, vermittelt. Die Referenten kommen aus der Praxis. Das BFZ ist einer der zertifizierten Maßnahmenträger der Arbeitsagentur. "Darunter sind alle Altersklassen", sagt Rauscheder, von Siebt- und Achtklässlern, bei denen sich schon abzeichne, dass sie den Start ins Berufsleben nur unter Schwierigkeiten schaffen, über Ausbildungssuchende, Alleinerziehende, Arbeitslose und die Generation 50-plus.

"Die jüngsten Teilnehmer werden in der Berufseinstiegsbegleitung betreut oder besuchen berufsvorbereitende Maßnahmen", erklärt Rauscheder.

Aber oft seien die Probleme viel einfacher zu lösen, sagt Rauscheder. Viele der Teilnehmer hätten schon mit dem geregelten Tagesablauf Probleme. "Viele haben lange nicht oder noch nie gearbeitet", sagt sie. Für sie sei es normal, zu Hause zu sein, Pünktlichkeit oder regelmäßiges Erscheinen jeden Tag von Montag bis Freitag, Privates auf den Feierabend oder das Wochenende zu verlegen, könne da schon zum Problem werden. "Wir helfen, den Alltag umzustrukturieren", sagt sie, "beispielsweise auch die Kinder untertags unterzubringen."

Das sei auch bei den Alleinerziehenden, die den Kurs "Be Fit" besuchen, das größte Problem. Daneben sei es für sie umso sehr schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden, weil viele Unternehmen nicht bereit seien, Alleinerziehende einzustellen, einfach aus dem Grund, das Kind könne krank werden und die Mutter oder Vater müsse zu Hause bleiben. Bei der Generation 50-plus dagegen sei Motivation die ausschlaggebende Komponente und darüber hinaus die Vermittlung von EDV-Kenntnissen, die in vielen Berufen heutzutage unabdingbar seien.

Darum geht es auch im Bewerber-Training. Im EDV-Unterricht lernen die Teilnehmer, Bewerbungen zu schreiben und Online-Bewerbungen zu verschicken, zudem gibt es Rhetorik-Kurse und Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch. Beim "Styling for Business" beurteilen sie gegenseitig ihr Styling fürs Vorstellungsgespräch. "Dabei geht es darum, dass man mit Kleinigkeiten wie einem gebügelten Hemd oder einer ordentlichen Rasur, schon viel bewirken kann", sagt Rauscheder. Die meisten Teilnehmer hätten nicht genügend Geld, sich neu einzukleiden oder zum Friseur zu gehen.

Eine Neuauflage soll es nächstes Jahr vom Theaterprojekt "Step one" geben. Vor kurzem haben jungen Erwachsene im St. Franziskuskindergarten Waldkraiburg "Schneewittchen" aufgeführt. "Die Teilnehmer kommen in der Regel aus schwierigen Verhältnissen, haben keinen Schulabschluss oder ihre Ausbildung abgebrochen", sagt Rauscheder.

In Kooperation mit Jugendamt und Beratungsstellen werde bei dem Projekt versucht, ihnen neue Chancen zu eröffnen. "Oft sind die jungen Erwachsenen motiviert", sagt sie, "aber von ihrem Umfeld schlecht beeinflusst." Durch das Theaterspielen gewinnen sie Selbstvertrauen Selbstbewusstsein, lernen freies Sprechen und kreatives Arbeiten.

Bei 70 Prozent liegt die Vermittlungsquote des BFZ. Und das obwohl das Berufsspektrum der Teilnehmer - vom studierten Theologen über den Pianisten bis zur Einzelhandelskauffrau - sehr vielfältig sei und obwohl viele Firmen Vorbehalte gegen aus Maßnahmen vermittelte Teilnehmer hätten.

nl/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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