Die Heimkehr der sechs Mettenheimer Engel

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Mettenheim - Nach knapp achtjähriger Abwesenheit kehren die sechs Mettenheimer Engel restauriert wieder in die Mettenheimer Pfarrkirche St. Michael zurück.

Am Sonntag, 27. September, wird Friedrich Kardinal Wetter um 10 Uhr den Festgottesdienst zelebrieren, dem sich das Pfarrfest anschließt.

Anliegen der Restaurierung war zunächst, die originale Farbigkeit durch eine Befunduntersuchung nachzuweisen. Dabei stellte man fest, dass die letzte Fassung von 1920 zugleich die achte Überfassung darstellte. Mit jeder Überfassung wurden die Gewänder der Engel teigiger. Gewandfalten, Edelsteinfassungen und feinere Schnitzteile verschwanden zum Teil durch dick aufgetragenen Kreidegrund.

Die letzten beiden Überfassungen wurden schließlich abgenommen und die in allen Gewandteilen nachweisbare Originalfassung rekonstruiert. Für Überraschung sorgten dabei die Inkarnate, also die Gesichter, Hände und Füße. Sie waren unter der Überfassung beinahe vollkommen geschlossen im Original erhalten geblieben.

Die Engel, seit 1920 in mit Goldlack überzogener Versilberung verpackt, zeigen jetzt ihre eigentliche Schönheit wieder: Markante Gesichter mit kräftig geröteten Wangen, bunt gewandet in den vier im Kirchenraum dominierenden Farben Ocker, Blau, Rot und Grün.

Kunsthistorisch und theologisch repräsentieren die Mettenheimer Engel eine Engelfrömmigkeit, die ihren Ursprung in Palermo und Rom Anfang des 16. Jahrhunderts hat. Die erste für diese Engel – Michael, Gabriel, Raphael, Uriel, Jehudiel, Sealtiel und Barachiel – erbaute Kirche ist S. Maria degli Angeli in Rom. Von dort aus verbreitete sich ihre Verehrung in ganz Europa.

In der Mettenheimer Pfarrkirche fanden sie eine Heimat, als Pfarrer Johann Baptist Didutsch die Kirche 1717 bis 1719 neu erbauen ließ. Sie ist die einzige Kirche, in der diese Engel als lebensgroße Figuren dargestellt sind und deren Begleitung des Menschen auf seinem Lebensweg zugleich das Raumprogramm darstellt.

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