Haus der Begegnung: Neuer Kampf ums Geld

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Einschneidende Veränderung für Marianne Zollner: Mit Maximilian Pötzl hat der letzte Zivildienstleistende seine Arbeit beendet. Das Haus der Begegnung hofft jetzt auf Unterstützung durch den neuen Freiwilligendienst in Deutschland.

Mühldorf - Ein spannendes Jahr steht dem Haus der Begegnung bevor: Im Juli und August läuft die neue Bewerbungsrunde zum „Mehrgenerationenhaus“. Es steht viel auf dem Spiel!

Für das Haus der Begegnung hängt sehr viel an einer neuerlichen Aufnahme in das Programm des Bundesfamilienministeriums.

500 Mehrgenerationenhäuser gibt es in Deutschland, künftig sollen es nach Angaben von Marianne Zollner nur noch 450 sein. „Ich rechne fest damit, dass wir dabei sind“, ist die Leiterin des Hauses der Begegnung zuversichtlich. Um erfolgreich sein zu können, muss sie das derzeitige Konzept verändern und verstärkt auf die Arbeit mit Senioren setzen.

Einige derzeitige Vorhaben werden deshalb vermutlich im überarbeiteten Konzept verschwinden. Dazu könnte die Kulturveranstaltung „Annamirl, Zuckaschnürl“ gehören, die laut Zollner zwar sehr erfolgreich aber auch sehr arbeitsintensiv ist. Auch „Schüler für Schüler“ oder der Besuchsdienst im Heilig Geist Spital steht zur Disposition. Als neue Idee nennt Zollner die Unterstützung von Senioren durch Schüler beim Umgang mit Computern und Mobiltelefonen.

Wie viel für das Haus der Begegnung an der Anerkennung als Mehrgenerationenhaus hängt, zeigt der "Babysitter- und Wunschoma"- Dienst. 90 Babysitter und Wunschomas betreuen 120 Kinder, Zollner spricht von einer Institution in Mühldorf. Um die Arbeit und Ausbildung zu koordinieren, wurde eine Mitarbeiterin eingestellt.

Auf 30.000 wird die Förderung des Bundes sinken, die übrigen 10.000 Euro, so sieht es das neuen Konzept vor, sollen Kommunen und Landkreise beisteuern. Zollner spricht von schwierigen Verhandlungen mit der Stadt aber vor allem mit dem Landkreis, beide sind derzeit eher klamm. "Daran wird unsere Bewerbung aber nicht scheitern", sagte sie. "Es wird aber keine erhöhte Dauerförderung geben."

Neben dem Mehrgenerationenhaus steht nach wie vor die Arbeit als Familienzentrum im Mittelpunkt. Eltern-Kind-Gruppen, offene Treffen, Kinderbetreuung und Fahrdienste sind die Betätigungsfelder. Auch die Integration vor allem türkischer Frauen und Kinder gehört zu den Arbeitsfeldern, dort ist unter anderem ISIS tätig. Die Hausaufgabenbetreuung und Sprachförderung hat sich im vergangenen Jahr dem Haus der Begegnung angeschlossen und lässt einen Teil seiner Organisation abwickeln.

Etwa die Hälfte des Gesamthaushalts von 308.000 Euro hat das Haus der Begegnung im vergangenen Jahr durch Teilnehmerbeiträge, Spenden und die Unterstützung von Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Förderverein selbst erwirtschaftet. Den Rest teilen sich verschiedene staatliche Stellen, darunter die Stadt mit 34.000 Euro und der Landkreis mit 9000 Euro. Fünf Mitarbeiter sind festangestellt, dazu kommen Referentinnen auf Honorarbasis, Praktikantinnen oder bis jetzt Zivildienstleistende. 10.400 Stunden ehrenamtliche Arbeit leisteten Frauen und Männer bei den verschiedenen Angeboten.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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