Gute Basis für eine erfolgreiche Karriere

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Maßarbeit: Staatssekretär Huber misst unter den Augen von Ausbilder Franz Schmid nach, wie präzise die Auszubildenden feilen können, die ihre Lehre vor wenigen Tagen begonnen haben.

Mühldorf - Am "Tag der Ausbildung" schwärmten gestern Vertreter des Freistaats aus, um ausbildungsfreudige Betriebe zu würdigen und Jugendliche zu mehr Engagement bei der Lehrstellensuche zu ermuntern. Dabei wiesen sie auf den hohen Stellenwert der Berufsausbildung hin.

"Was man mit einer Lehre werden kann?" Günter Rohr, als Geschäftsführer zuständig für Marketing und Vertrieb, zeigt auf sich selbst, als er diese Frage am gestrigen "Tag der Ausbildung" beantwortet: "Chef bei ODU." Denn Rohr ist ein Paradebeispiel dafür, welche Chancen eine Ausbildung birg. Rohr lernte Werkzeugmacher und arbeitete in dem Beruf, nutzte die Chance zur Weiterbildung, kam zu ODU in die Konstruktion, durchlief verschiedene Stationen, um schließlich dorthin zu gelangen, wo er heute steht: An der Spitze des Vertriebs eines Unternehmens mit einem Jahresumsatz von zuletzt 80 Millionen Euro. Die Botschaft hörte vor allem Staatssekretär Dr. Marcel Huber gern, der den Mühldorfer Steckerhersteller besuchte. "Das erzähle ich derzeit fast jeden Abend": Eine aussichtsreiche Schullaufbahn beschränkt sich nicht aufs Gymnasium, eine chancenreiche Berufskarriere beginnt nicht ausschließlich mit einem Hochschulstudium. "Darauf wollen wir heute aufmerksam machen: Es gibt viele interessante Berufe, die auf der Basis von Lehrberufen stehen."

Das, so machten Vertreter der Staatsregierung gestern in drei Betrieben im Landkreis klar, ist aber nur die eine Seite der Ausbildung. Auf der anderen stehen Unternehmen, die sich ihre Fachkräfte selbst heranziehen, so wie ODU das mit derzeit 65 Lehrlingen in sieben Ausbildungsberufen tut. "Bei uns sind Fachleute gefragt. Die bilden wir uns selbst aus", spricht Rohr von Lehrlingen als "Grundstein für die Zukunft des Unternehmens". Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, der die Firma Schletter in Haag besuchte, forderte: "Die aktuelle Situation darf zu keinem Nachlassen des Ausbildungsengagements führen. Auszubildende, die jetzt nicht eingestellt werden, stehen 2011 und 2012 auch nicht als Fachkräfte zur Verfügung, wenn die rezessive Phase überwunden ist." Bei Schletter traf er auf offene Ohren, die Firma bildet 38 Jugendliche in acht Berufen aus. Acht Lehrlinge bei insgesamt 50 Mitarbeitern bildet Schäftlmaier in Aschau aus. In "interessanten und zukunftsweisenden Berufen", wie Staatssekretär Markus Sackmann betonte. Wolfgang Schäftlmaier sagte, dass er jedes Jahr einen Realschüler und einen Hauptschüler einstelle und dabei "auf gute Noten achte, sonst schaffen die Azubis die Berufsschule nicht". Schäftlmaier nutzte die Gelegenheit, die Politiker aufzufordern, das erfolgreiche duale Bildungssystem zu erhalten und "nicht der EU zu opfern".

Ein großes Problem sprach Carlo Dirschedl, der Leiter der Altöttinger Berufsschule, an. In extrem heterogenen Klassen müssen Prüfungen abgehalten werden, auf deren Inhalt die Schulen keinen Einfluss hätten. Nicht Gleichmacherei sei notwendig, sondern Passgenauigkeit für die Regionen. Einig war man sich, dass man über eine deutlichere Differenzierung in den Ausbildungsberufen nachdenken solle, um den Schwächeren auch einen Abschluss zu ermöglichen.

hon/hsc/Mühldorfer Anzeiger

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