"Man muss Begeisterung wecken"

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Die Bürgermeister Franz Ehgartner aus Obertaufkirchen (links) und Thomas Einwang (rechts) bei der Unterzeichnung des Vertrags.

Buchbach - Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Zukunft einer fruchtbaren Zusammenarbeit der drei Gemeinden Buchbach, Schwindegg und Obertaufkirchen erörtert.

Dabei ging es um das Erscheinungsbild der drei Orte, um die Erfassung sowohl der gemeinsamen Stärken als auch der Schwächen. Die Firma Qualikom habe das Angebot unterbreitet, durch einen neutralen, ortsfremden Beobachter einen Standortcheck durchführen zu lassen, erklärte die Verwaltung. In erster Linie solle eine Begehung der drei Orte erfolgen, als zweites sei eine Befragung des Gewerbes erforderlich und als dritte Maßnahme eine Bürgerbefragung.

Bürgermeister Thomas Einwang plädierte dafür, dieses Angebot anzunehmen, vor allem auch wegen des gemeinsamen Schulverbandes. "Einzelgemeindliches Denken hat keine Zukunft", gab der Bürgermeister zu bedenken. Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Kammerer pflichtete dem bei und vertrat die Ansicht, dass ein Außenstehender die Dinge aus einem anderen, neutralen Blickwinkel betrachte. Es sei wichtig, dass der Markt belebter werde, was dringend notwendig sei, wenn man die Situation des Marktplatzes betrachte. Man brauche bei diesem Vorhaben die professionelle Unterstützung, auch wenn für das Projekt auf den Markt ein Kostenaufwand von ca. 700 Euro entfalle.

Gemeinderätin Martha Oberwallner hielt dagegen, "das bringt doch nichts. Das Ostbündnis hat auch nichts gebracht". "Nichtstun ist die schlechteste Lösung", hielt Kammerer dagegen. Man müsse die Bürger aufrütteln, meinte Bürgermeister Einwang, "dass sie mitmachen. Es geht darum, Begeisterung zu wecken, dass sie mit Freude für den Ort und die Region etwas tun." Es lohne sich, sich für den Ort einzusetzen, etwas für die Zukunft zu verbessern, um auch junge Leute anzuziehen. Marktgemeinderat Willi Fischer regte an, die Dinge zu Rate zu ziehen, die vom Ostbündnis zusammengetragen wurden, auch wenn die Sache "eingeschlafen" sei. Man brauche einen Initiator, einen Moderator, einen Motivator.

Bürgermeister Einwang sagte, der Vergleich Ostbündnis hinke, da die Bürger nicht beteiligt worden seien und keine Begeisterung entfacht wurde. Marktgemeinderat Manfred Kroha unterstützte ebenfalls den Vorschlag des Bürgermeisters, denn "den Ansässigen fällt vieles nicht auf, wie zum Beispiel langweilige Schaufenster oder fehlende Sitzbänke". Marktgemeinderat Erwin Bierofka regte noch an, das Problem "betreutes Wohnen" und Altenpflege zu berücksichtigen und auch Kammerer stimmte zu, denn es sei noch nichts unternommen worden, um den Bedarf im sozialen Bereich zu ermitteln. Der Vorschlag von Bürgermeister Einwang, ein Gutachten erstellen zu lassen, das dann auch in die Tat umgesetzt werden könne, wurde mit einer Gegenstimme angenommen.

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war die Vereinbarung zwischen dem Markt Buchbach und der Gemeinde Obertaufkirchen über die Abwicklung von Rentenangelegenheiten. Da die Fachkraft in der Gemeinde Buchbach wegen Erziehungsurlaubs ausfalle, erging der Vorschlag, bisher angebotene Dienstleistungen weiterhin anzubieten, obwohl die Kommunen nicht zur Beratung verpflichtet seien. Dabei habe man sich an Obertaufkirchen gewandt, sei auf "offene Ohren" gestoßen, denn dort stehe eine Fachkraft zur Verfügung, welche ihre Unterstützung signalisiert habe. Als Service werde Beratung und Sachbearbeitung im Rathaus Buchbach nach Terminvereinbarung jeden Dienstag- nachmittag angeboten. Es handle sich, wie Bürgermeister Einwang erklärte, um etwa vier bis zehn Fälle monatlich. Eine Zweckvereinbarung über interkommunale Zusammenarbeit solle am 20. Oktober zunächst für ein Jahr, mit einer eventuellen Verlängerung, in Kraft treten.

Das Architekturbüro Lechner aus Buchbach stellte den Bebauungsplan zur Verbesserung der Crossanlage bei Fischbach vor. Ziel der Neuplanung sei eine Verbesserung der Sicherheit von Rennfahrern und Publikum und die Vermeidung von Chaos. Es gebe "keinen Eingriff in Naturschutzflächen", versicherte Rudi Lechner. Zweiter Bürgermeister Kammerer gab zu bedenken, dass die Verkehrstechnischen und Verkehrsrechtlichen Vorschriften noch einmal zu prüfen seien. Der Marktgemeinderat billigte einstimmig den vorliegenden Planentwurf.

ell/Mühldorfer Anzeiger

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