Todesfahrer wendete auf der Autobahn

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Ampfing - Alle Kraft forderte der Geisterfahrerunfall auf der A94 von den Einsatzkräften. Die Polizei hat nun bekanntgegeben, wie es zu dem tödlichen Crash kam:

Alle Kraft forderte der Geisterfahrerunfall am Dienstag auf der A94 bei Ampfing von den Einsatzkräften. Erst vor knapp drei Monaten hatten die Feuerwehren den Ernstfall geübt. Dass es so schnell so tragisch wird, hätte keiner gedacht. Doch die Abläufe, da sind sich die Kommandanten aus Heldenstein und Ampfing einig, liefen vorbildlich.

Um die 100 Feuerwehrleute waren am Dienstag bis in den Abend hinein im Einsatz.

Aus Heldenstein, Ampfing, Waldkraiburg, Altmühldorf und Zangberg rückten die Wehrleute an. Gut 100 wurden an den Ort des Geschehens gerufen, als ein 73-jähriger Waldkraiburger, der um kurz vor 16 Uhr als Geisterfahrer auf der Autobahn in Richtung Passau unterwegs war, frontal in den Golf eines 39-Jährigen raste. "Als wir ankamen, kümmerten sich schon andere Autofahrer um die Verletzten", sagt Werner Müller. Der Heldensteiner Kommandant ist begeistert von der schnellen Hilfe. Und vom Verhalten der anderen Autofahrer: Die bildeten "vorbildliche Rettungsgassen". Das bestätigt auch Josef Lohmaier. Er hat allerdings auch weniger schöne Beobachtungen gemacht. Auch in Richtung München bildete sich ein Stau: "Hier gab es für die Rettungskräfte nur schwer ein Durchkommen."

Endlich angekommen, mussten die Wehren hart arbeiten. Es galt, den Verkehr umzuleiten. Dies geschah, wie schon bei der Übung vor knapp drei Monaten geprobt, indem zunächst die Autobahn in Richtung München gesperrt wurde und die Autofahrer, die in Richtung Passau vor dem Tunnel standen, über die Gegenfahrbahn umgeleitet wurden.

"Das lief ganz glatt", sagt Müller. Bis auf ein paar kleine Details. Bei einem Auto, das gut eine Stunde in der Vollsperung gestanden hatte, war die Batterie leer. "Schnell fand sich aber jemand, der half", so Müller. Bis 19 Uhr waren er und die Wehren im Einsatz. So lang gab es auch auf der Autobahn kein Durchkommen.

Neben den freiwilligen Rettungskräften, der Polizei, den Notärzten und BRK-Mitarbeitern machte sich auch ein Gutachter nach Ampfing auf.

Todesfahrer wendete auf Beschleunigungsspur

Am Mittwochmorgen hat die Polizei dann erste Erkenntnisse bekanntgegeben, wie es zu dem tödlichen Unfall kam: Demnach fuhr der Unfallfahrer - so haben es mehrere Zeugen der Polizei bestätigt - an der Anschlussstelle Waldkraiburg zunächst richtig auf die Autobahn auf. Auf der Beschleunigungsspur zog er jedoch stark nach links und wendete seinen Mazda damit auf der Autobahn. Nach einer Fahrstrecke von etwa 1,8 Kilometern kam es dann laut Polizei zur folgenschweren Kollision, bei dem der 73-Jährige sein Leben ließ.

Zuvor hatte bereits der Golf-Fahrer, mit dem der Mazda im Tunnel zusammengestoßen war, einige Informationen gelieferrt. Laut Polizei war er nach dem Unfall noch ansprechbar, bevor er in ein Krankenhaus gebracht worden war.

Hinter dem Golf waren außerdem noch zwei Kleintransporter in Richtung Passau unterwegs. "Die mussten heftig abbremsen. Passiert ist den Fahrern aber nichts", so die Polizei. Die Fahrer waren auch ganz vorne dabei, als es darum ging, den verletzten Männern zu helfen.

Tödlicher Geisterfahrer-Unfall auf der A94

bst/Mühldorfer Anzeiger/mw/redis24/PP Obb. Süd

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