Ist ein Dorfladen die Lösung?

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Flossing - Mit der plakatierten Aufforderung „Lechershuber kimm fei wieda“ hatten die Flossinger Bürgerinnen und Bürger noch am Karsamstag versucht, ihre Nahversorgung zu retten - allerdings vergebens.

Der Inhaber Josef Lechertshuber schloss die Ladentüre und seither suchen die Flossinger nach einer Lösung für ihr Dorf. Ursprünglich gedachte Übernahmen und Pachtung des Ladens ließen sich nicht realisieren, so dass nun mit Unterstützung der Gemeinde in begleitender Form und einstimmiger Absegnung durch den Gemeinderat ein „Dorfladen-Planer“ zu einer Informationsveranstaltung im Gasthaus Neuwirt eingeladen wurde. Wie groß das Interesse der Bevölkerung und vor allem der Wunsch nach einer schnellen Lösung ist, zeigte sich in der großen Anzahl der Gäste im Saal des Gasthauses. Bis auf den letzten Platz war dieser gefüllt und wohl an die 180 Personen erwarteten gespannt die Ausführungen von Wolfgang Kröll von der new way Handelsberatungs GmbH zum Thema Dorfladen.

Diese Beratungsfirma bringt im Bereich der Dorfladenplanung und Umsetzung ein hohes Maß an Erfahrung mit und begleitet unter anderem das Projekt in Mettenheim. Bürgermeister Hans Schmidbauer versicherte, dass die Gemeinde in begleitender Form bei diesem Vorhaben zur Seite stehe. Allerdings, so der Bürgermeister, müsse die Umsetzung durch die Bewohner und nicht durch die Gemeinde erfolgen. „Wir“, sagte Schmidbauer, „können Euch nur den Steigbügel zum Aufsteigen halten, Reiten müsst ihr dann schon selber.“

In einer eindrucksvollen Präsentation zeigte anschließend Kröll den Flossingern die Möglichkeiten auf, in ihrem Dorf wieder eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen. Er stellte verschiedene Modelle, die bereits in der Praxis laufen, vor und favorisierte dabei vor allem das Beteiligungsmodell, welches sich bisher bestens bewährt habe. Auch er zeigte sich erfreut über den hohen Zuspruch und erklärte den weiteren Weg, von der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft bis hin zur Eröffnung des Dorfladens. In sachlicher Form verwies er auf Stolpersteine und deren Auswirkung, die sich in diesem Ablauf verbergen.

Eine rege Diskussion schloss sich dem Vortrag an, in deren Verlauf sich auch Josef Lechertshuber in Bezug auf die Standortfrage einbrachte und dabei versprach, seine Ladenräume zu diesem Zwecke zu vermieten, verbunden mit der Zusage, sämtliche Regaleinrichtungen und Kühlsysteme kostenfrei zur Verfügung zu stellen, was von den Flossingern mit regem Beifall aufgenommen wurde.

Zum Ende der Veranstaltung trugen sich bereits 65 Flossinger in eine Liste ein, um damit ihre Absicht zu bekunden, sich finanziell oder personell an dem Projekt zu beteiligen. Bleibt abzuwarten, ob die für Polling geplante Veranstaltung, wo ja nun bereits seit zehn Jahren keine derartige Einkaufsmöglichkeit mehr besteht, einen ähnlichen Zuspruch findet.

wag/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser