Firma statt Arbeitslosigkeit

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Die Gewerbeentwicklung im Landkreis Mühldorf in der Statistik.

Mühldorf - Viele Mühldorfer Existenzgründer fliehen vor der drohenden Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit: Über 1000 Firmen wurden im letzten Jahr deswegen neu gegründet.

Unternehmerischer Pioniergeist? - Fehlanzeige. Viele Existenzgründer fliehen schlicht vor der drohenden Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit. Von Januar bis Dezember 2010 wurden im Landkreis Mühldorf 1232 Gewerbe angemeldet. Darunter waren 1018 Neugründungen, sprich Firmen, die es vorher nicht gab.

Auf der anderen Seite gab es auch einige, die aufgaben oder aufgeben mussten: 1048 Gewerbeabmeldungen hat das Landesamt für Statistik für das vergangene Jahr registriert. Davon waren 839 echte Aufgaben ohne Ersatz für die bisherigen Arbeitsplätze.

Wie der Gründerreport 2010 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ergab, "steht selten echter Pioniergeist" Pate für die Betriebsgründung. Vielmehr flüchten sechs von zehn Gründern in Deutschland vor der drohenden Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit.

Arbeitslose verfügen über wenig Eigenkapital und wählen meist Branchen, in denen eine Kleingründung möglich ist. Mehr als zwei von drei Gründern wollen deshalb im Dienstleistungssektor starten, so die Studie; und jeder siebte Teilnehmer einer entsprechenden IHK-Beratung möchte sich im Gastgewerbe versuchen.

Gründungen in High-Tech-Branchen, wie etwa der Medizintechnik, die laut DIHK Impulse für Wachstum und Beschäftigung bringen könnten, hatten lediglich rund sechs Prozent der potenziellen Gründer in Planung. Dabei setzt die IHK gerade auf innovative Gründer, doch "trotz fast 200 Förderprogrammen für Existenzgründer ist es nicht gelungen eine Welle von Gründungen mit hohem Erfolgspotenzial anzustoßen", lautet ein Fazit des Reports.

Als Gewerbe gilt jede erlaubte selbstständige Tätigkeit, die auf Dauer angelegt ist und mit der Absicht der Gewinnerzielung betrieben wird.

Das Jahr 2010 brachte im Landkreis Mühldorf mit 1232 Gewerbeanmeldungen einen Rückgang bei den Anmeldungen, deren Zahl ein Jahr zuvor noch bei 1320 lag. Werden nur die Neugründungen betrachtet, dann stehen den 1018 Firmengründungen von Januar bis Dezember 2010 insgesamt 1103 im Vorjahr gegenüber. Eine Neugründung kann dabei eine Haupt- oder Zweigniederlassung eines Betriebes sein oder die Anmeldung eines Kleingewerbes oder einer Nebentätigkeit. Weitere 162 Firmen sind im Laufe des vergangenen Jahres zugezogen (Vorjahr: 135), 48 wurden durch neue Eigentümer übernommen (Vorjahr: 75) und vier Firmen wurden umgewandelt (Vorjahr. sieben).

Auf der anderen Seite wurden 1048 Firmen und Gewerbe abgemeldet (Vorjahr: 1019). Darunter waren 839 echte Betriebsaufgaben (Vorjahr: 760). Die anderen 209 Firmen verlegten ihren Standort oder aber es gaben der oder die bisherigen Besitzer ihre Tätigkeit auf, die Firmen selber wurden aber verkauft beziehungsweise an Nachfolger übergeben (Vorjahr: 259).

Bezogen auf die Branchen fanden in Bayern erneut in der Sparte "Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz" die meisten Gewerbeanmeldungen statt (20,8 Prozent). Unter den Rechtsformen waren die 'Einzelunternehmen' die häufigste Wahl (77,6 Prozent aller Anmeldungen). Etwa jedes dritte dieser Einzelunternehmen wurde von Frauen angemeldet (35,5 Prozent).

Mühldorfer Anzeiger

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