Feuerlöscher in Frauenhand

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Alles fest in Frauenhand, von links stehend: Der stolze Kommandant Martin Strasser, Sigrid Obermaier, Marina Liebhart, Christina Sommerstorfer, Petra Kapsecker, Truppführerin Sonja Kapsecker, Tanja Adelsberger und Zweiter Kommandant Christian Wimmer. Kniend von links: Maschinistin Michaela Schiller, Anja Bauer und Marion Multerer.

Gumattenkirchen - Löscheinsätze sind Männersache? Von wegen. In Gumattenkirchen gibt es jetzt die erste reine Damenlöschmannschaft im Landkreis. 

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Brandschutz fest in Frauenhand

Löscheinsätze sind Männersache? Von wegen. Es gibt wohl keine Feuerwehr im Landkreis, die nicht auch schon weibliche Feuerwehranwärterinnen hätte. Ein Novum präsentiert aber die Freiwillige Feuerwehr Gumattenkirchen. Dort gibt es die erste reine Damenmannschaft im Landkreis.

Maschinistin Michaela Schiller ist im Berufsleben Polizistin, Christina Sommerstorfer studiert Betriebswirtschaftslehre, Anja Bauer ist Erzieherin und Marion Multerer ist in einer Bank beschäftigt: Bunt gemischt ist der reine Damentrupp, der sich aus Frauen im Alter zwischen 17 und 32 Jahren rekrutiert und der künftig ohne Unterstützung ihrer männlichen Feuerwehrkameraden ausrücken darf. Mit der Ablegung der Leistungsprüfung "Gruppe im Löscheinsatz" verfügt die Gumaringer Feuerwehr über die erste rein weibliche Einsatztruppe, wie auch Kreisbrandrat Karl Neulinger bestätigt.

Eine Entwicklung im Feuerwehrwesen, der Neulinger sehr positiv gegenüber steht. Dass sich mittlerweile zunehmend auch Frauen in den Feuerwehren engagieren, dieser Trend sei seit Jahren zu beobachten - mit steigender Tendenz. Und, wie Neulinger bestätigt, sei dies auch durchaus sinnvoll, zumal manche Ortschaften im Landkreis - besonders im ländlichen Bereich - bereits Probleme hätten, ihre Schlagkräftigkeit bei Feuerwehreinsätzen zu bewerkstelligen. Grund: Viele Feuerwehrmänner sind Pendler und stehen tagsüber nicht zur Verfügung. Neulinger verweist auf Erfahrungen aus dem Bayerischen Wald, wo schon lange auf Frauen-Power gesetzt würde, eben wegen der Pendlerproblematik. Selbstredend, dass sich eine Entwicklung wie sie in Gumattenkirchen der Fall ist, auch Vorbildcharakter für andere Wehren im Landkreis haben sollte.

Dass die Gumaringer Mädels die erste Damenmannschaft im Landkreis stellen, darüber zeigten sich dann auch nach der Leistungsprüfung die beiden Kommandanten Martin Strasser und Christian Wimmer stolz. Neun junge Damen der Freiwilligen Feuerwehr Gumattenkirchen hatten vor den strengen Augen der Prüfer, Kreisbrandinspektor Anton Wimbauer, Kreisbrandjugendwart Michael Matschi und Kreisbrandmeister Harald Lechertshuber, die Prüfung mit Bravour abgelegt. Für Kreisbrandinspektor Anton Wimbauer ein schönes Abschiedsgeschenk. Denn bei seiner letzten von rund 1500 Prüfungabnahmen in seiner Laufbahn als Kreisbrandinspektor durfte er schließlich den neun hübschen Gumeringer Mädeln, die Leistungsabzeichen überreichen. Auch er bedankte sich für den Dienst dieser jungen Damen, denn es werde auf dem Land immer schwieriger die Aufgaben der Feuerwehr auszuführen. "Immer mehr Landwirte geben ihre Höfe auf und suchen im Nebenerwerb ein neues Auskommen. Hier ist es gut, wenn auch Frauen beim Helfen in Notfällen zur Verfügung stehen."

Bürgermeister Stefan Schalk würdigte die Damen für ihren Ehrgeiz und ihr Können, mit dem Hinweis, dass er sehr stolz für die erbrachte Leistung sei.

Doch soll das nicht heißen, dass die gesamte Brandschutzverantwortung nun alleine auf den zarten Schultern der Gumattenkirchener Damen liegt. Tags vorher legte bereits eine Truppe von Gumattenkirchner Feuerwehrmännern erfolgreich die Leistungsprüfung in verschiedenen Stufen ab. Andreas Ganserer, Florian Ganserer, Martin Hilger, Martin Kirchisner, Rupert Kirchisner, Franz Kolm, Martin Strasser und Christian Wimmer standen den Damen in nichts nach.

Kommandant Martin Strasser bedankte sich nicht zuletzt bei seinen Feuerwehrdamen für die Aufopferung von viel Freizeit und das Durchstehvermögen einer längeren Ausbildungzeit. "Es ist ein weiterer Eckstein für die Freiwillige Feuerwehr Gumattenkirchen eine komplette Damenmannschaft zu stellen", so sein Kommentar.

Marion Multerer und Christi Sommerstorfer überreichten schließlich den beiden Kommandanten je eine Flasche Feuerwasser. "Als Entschädigung für das nicht immer leichte Auskommen mit jungen Damen und die gute Ausbildung", so die Begründung der beiden.

re/je/Mühldorfer Anzeiger

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