Mühldorfer AWO jetzt fast ohne Vorstand

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Jagus, die Eingliederungshilfe für Jugendliche, ist eines der wichtigsten Vorhaben der Kreis-AWO.

Mühldorf - Der Kreisverband der AWO steht praktisch ohne Vorstand da. Nach dem Rücktritt fast aller Mitglieder leitet die Zweite Vorsitzende Klara Maria Seeberger den Verband.

Zu wenig Zeit ist die übereinstimmende Angabe zu den Gründen der Rücktritte. Vorsitzender Markus Schwaiger, der das Amt erst im Juni von Wibke Müller übernommen hat, spricht in seinem Rücktrittsschreiben an die Zweite Vorsitzende Seeberger davon, "dass ich die großen und vielfältigen Aufgabenstellungen dieses Amtes mit den familiären und beruflichen Verpflichtungen" nicht verbinden ließen. Schwaiger verweist auf seine Selbstständigkeit, die er in dieser Zeit aufgenommen habe.

Bleibt als einziges Mitglied des AWO-Kreis-Vorstands übrig: Klara Maria Seeberger.

Mit ihm sind auch Kassiererin Jana Weiher aus Kraiburg und Schriftführer Christian Zimmermann zurückgetreten. Auch Beisitzer Richard Fischer, Kreisvorsitzender der SPD, ist nicht mehr im Vorstand. Auch er macht berufliche Gründe und den bevorstehenden Wahlkampf geltend, von einer schwierigen Zusammenarbeit mit der Zweiten Vorsitzenden Seeberger will er nicht sprechen: "Das kann ich für meinen Teil nicht bestätigten", sagt er. "Es gab natürlich mal unterschiedliche Meinungen und Positionen, aber die haben wir im Vorstand ausgetragen."

Fischer gibt aber zu, dass er höhere Erwartungen an die Arbeit hatte: "Wir hatten mehr Hoffnungen als wir umsetzen konnten", sagt er, "ich habe mir vorgestellt intensiver arbeiten und neue Ideen einbringen zu können." Vielleicht hätte der Vorstand mehr Zeit gebraucht, um zusammenzuwachsen.

Hat sein Amt als Kreisvorstand niedergelegt: Markus Schwaiger hat zu wenig Zeit.

Die hat die AWO nicht, denn es gibt keinen Vorstand mehr. Die Mühldorferin Seeberger nennt sich selbst Notvorstand. Sie sagt: "Wir müssen jetzt sehen wie es weitergeht" und verweist auf die drei großen Betriebe, hinter denen die AWO steht: Jagus, das Integrationsvorhaben für Jugendliche, wo es zum 1. Dezember einen Führungswechsel gibt; Franz Lichtenwimmer geht in den Ruhestand, ihm soll Brigitte Betz folgen. Das Jugendwohnprojekt Kolbing und die Heilpädagogische Tagesstätte Au: "Das darf alles nicht kaputt gehen."

Seeberger nennt das Alter der übrigen Vorstände und ihre familiäre und berufliche Situation als Grund für das Auseinanderfallen des bisherigen Vorstands. "Es war ein Denkfehler von mir, vor allem junge Leute in den Vorstand zu holen", sagt die 70-Jährige. "Das schaffst Du nicht, wenn Du eine Familie hast und für sie und Deinen Beruf sorgen musst."

Seeberger sucht jetzt einen neuen Vorstand, den sie dann einer Kreiskonferenz der AWO präsentieren will.

Unruhe gibt es auch im Ortsverband Neumarkt-St.Veit, der vor der Auflösung steht. Vorsitzende Helga Herbrechtsmeier hat angekündigt nicht weiter machen zu wollen. Sie wirft dem Kreisverband vor, sich nicht um Neumarkt-St. Veit gekümmert zu haben (siehe Seite 13).

hon/Mühldorfer Anzeiger

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