Fast 1000 Atemschutzträger

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Mühldorf/Waldkraiburg - In Waldkraiburg schlossen die Teilnehmer des 50. Lehrganges auf Landkreisebene ihre Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger ab.

Insgesamt absolvierten damit 968 Feuerwehrler in 20 Jahren diesen Kurs.

Kreisbrandrat Karl Neulinger erinnerte an die Anfänge der Ausbildung im Jahr 1990. Nachdem bei der Feuerwehr Waldkraiburg das neue Gebäude in der Prießnitzstraße errichtet hatte und dort auch eine Atemschutzausbildungsanlage für den Landreises geschaffen worden war, begannen die Lehrgänge auf Landkreisebene.

Der zunehmende Bedarf an Lehrgangsplätzen hatte dazu geführt, dass unter anderem die Atemschutzausbildung von den Feuerwehrschulen weitgehend auf örtliche Ebene verlagert werden musste. Zwar werden an den Feuerwehrschulen auch heute noch einige Atemschutzgeräteträgerlehrgänge durchgeführt, es stehen aber nur sehr vereinzelt Lehrgangsplätze zur Verfügung. Für das kommende Jahr, so Kreisbrandrat Neulinger, sei für den Landkreis beispielsweise kein einziger Platz vorgesehen.

Während die Teilnehmer an der Feuerwehrschule eine ganze Woche gebunden sind, lassen sich auf Landkreisebene die Unterrichtseinheiten splitten. Innerhalb von drei Wochen wird hier der Lehrgang absolviert, wobei der Unterricht an vier Samstagen vormittags sowie an sechs Abenden unter der Woche stattfindet. Für die meisten Feuerwehrangehörigen lässt sich dieser Zeitaufwand leichter mit dem Beruf in Einklang bringen als eine Woche an der Feuerwehrschule zu verbringen.

Die Ausbildung sei dennoch ebenbürtig, betonte Kreisbrandmeister Rainer Englmaier. "Da die körperliche Belastung eines Atemschutzgeräteträgers während des Lehrganges nicht unerheblich ist, haben wir hier den Vorteil, die anstrengenden praktischen Unterrichtseinheiten besser verteilen zu können. Geschenkt wird den Teilnehmern natürlich nichts. Alle theoretischen und praktischen Lehrgangsteile, einschließlich der Belastungsübung in der Atemschutzkriechstrecke, müssen entsprechend absolviert werden", erläutert Englmaier. Wer die Grundvoraussetzung, nämlich die erfolgreiche ärztliche Untersuchung nicht vorweisen könne, dürfe am Lehrgang nicht teilnehmen, so Englmaier, der wie Kreisbrandmeister Hans Rahnsch sowie Thomas Göschl und Manfred Pisinger vom ersten Lehrgang an im Ausbilderteam dabei ist.

Insgesamt wurden bei den 50 Lehrgängen in den letzten 20 Jahren genau 968 Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Weitestgehend stammten diese von den 72 freiwilligen Feuerwehren des Landkreises. Zusätzlich wurden auch Angehörige der Werksfeuerwehr der Nitrochemie, des Technischen Hilfswerkes sowie Mitarbeiter regionaler Industriebetriebe ausgebildet. "Auch im Jahr 2011 werden wir wohl wieder ein kleines Jubiläum haben", freute sich Rainer Englmaier. Denn dann, voraussichtlich im Herbst, wird der 1000. Lehrgangsteilnehmer erwartet.

Nachdem die 20 Teilnehmer des Jubiläumslehrganges ihre Ausbildung absolviert hatten, standen nun die theoretische Prüfung sowie die abschließende Einsatzübung auf dem Programm. Unter realitätsnahen Bedingungen mussten die Teilnehmer hier das Erlernte demonstrieren. Nach dem simulierten Brand im Keller galt es unter anderem diesen abzusuchen und die dort aufgefundenen Personen zu retten. Nach dem erfolgreichen Abschluss überreichten Kreisbrandrat Karl Neulinger und Kreisbrandmeister Rainer Englmaier den 20 Teilnehmern ihre Zeugnisse. Als "Exotin" darf sich dabei durchaus Beate Linner von der Feuerwehr Pürten betrachten. Laut Englmaier haben bisher nur etwa 30 Frauen auf Landkreisebene den Lehrgang absolviert.

jhg/Mühldorfer-Anzeiger

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