B15 neu: Widerstand formiert sich

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Der Fackelzug gegen die B 15 neu

Walkersaich - Der Widerstand gegen den Bau der autobahnähnlichen B15 neu wächst auch im Landkreis Mühldorf weiter. Jetzt wurde eine Bürgerinitiative gegründet.

Bei einem Informationstreffen in der Schlosswirtschaft wurde am Mittwochabend auch für den Bereich Schwindegg eine Bürgerinitiative "Stop B15 neu" gegründet.

Die Gegner der Trasse zeigen öffentlich, was sie von einer neuen B15 halten. "Stop B15 neu" heißt es auf den knallroten T-Shirts.

Bereits vor dem Treffen versammelten sich rund 30 Interessierte und marschierten mit Fackeln über Markertsmühle nach Mooshäusl, wo die B15 neu in Zukunft vorbeiführen könnte. Sie waren sich darüber einig, dass der Widerstand bereits jetzt organisiert werden muss, damit die Weichen richtig gestellt werden können und die B15 neu in Landshut endet. Wie schon in Buchbach, war auch in Walkersaich der Bund Naturschutz die treibende Kraft. Zudem arbeiteten auch der Kreisverband des Landkreises Mühldorf sowie des Landkreises Landshut eng zusammen und informierten den vollbesetzten Saal in der Schlosswirtschaft über Trassenverlauf, aktuellen Planungsstand und mögliche Alternativen zu der aus ihrer Sicht nicht mehr zeitgemäßen B15 neu.

Isental vor der B15 neu bewahren

Die stellvertretende Kreisvorsitzende Heide Schmidt-Schuh führte die negativen Auswirkungen des Straßenbaus im Allgemeinen vor Augen und nannte Lärm, Zersiedelung, Flächenversiegelung, Artensterben oder Zerschneidung der Landschaft. Sie sagte aber auch, dass man die B15 neu im Landkreis Mühldorf gar nicht ernst nehme, hier sei stets nur die Rede von der A94. Sie zeigte aber, dass die B15 neu auch das Isental queren werde und dieses Tal auch vor der B15 neu bewahrt werden müsse.

Paul Riederer, der stellvertretende Kreisvorsitzende des Landkreises Landshut, der sich seit 1972 gegen die B15 neu engagiert, zeigte den Widerstand auf, der diesem verkehrstechnischen Mammutprojekt von niederbayerischer Seite entgegenschlage: In den Gemeinden Essenbach, Adlkofen, Geisenhausen, Vilsbiburg, Velden und Wurmsham wurden bereits Bürgerinitiativen gegründet. Dort hätten sich auch die Gemeinde- und Stadträte gegen die B15 neu ausgesprochen. Lediglich in Velden sei die Abstimmung unentschieden ausgegangen.

Riederer informierte, dass eigentlich eine Autobahn A93 von Hof über Regensburg, Landshut nach Rosenheim geplant gewesen sei. Dieses Projekt habe man zwar namensmäßig herabgestuft, der Ausbau sei allerdings gleich geblieben. Demnach sollen zwei Spuren in jede Richtung sowie ein Standstreifen an jeder Seite und eine Mittelleitplanke entstehen. Riederer hoffte, dass sich auch für den Bereich Schwindegg eine Bürgerinitiative bildet, die den Widerstand im Landkreis Mühldorf weiterträgt.

Rechtsanwalt Dr. Uli Kaltenegger, der den Bund Naturschutz in Kampf gegen die B15 neu unterstützt, stellte die Planungen dieses Projektes vor. Da der Abschnitt Velden-Schwindegg beim Bundesverkehrsministerium nicht im vordringlichen Bedarf steht und ihm ein "hohes ökologisches Risiko" bescheinigt wird, zeigte er sich zuversichtlich, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren nichts passieren wird. "Doch wenn man nicht rechtzeitig etwas tut, dann kann es passieren, dass der Bundestag die Strecke doch noch in den vordringlichen Bedarf hievt", so Kaltenegger.

Flughafentrasse als Alternative

Der Bund Naturschutz schlägt als mögliche Alternative die so genannte Flughafentrasse vor. Das hieße, dass die B15 neu nur bis Landshut geht und dort auf die A92 geführt wird. Auf der Autobahn geht es bis auf Höhe Erding, wo dann eine Trasse bereits besteht, die bis zur A94 führt. Kaltenegger betonte, dass es derzeit zwar noch keine Planung für den Abschnitt Velden-Schwindegg gebe, sich der Widerstand aber jetzt formieren müsse. Er sagte auch, dass die B15 neu keinerlei Entlastung der bereits bestehenden B15 bringen werde.

Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang die Vertreter des Bund Naturschutz dazu auf, sich für ortsnahe Umgehungen in Taufkirchen und Dorfen stark zu machen. Dann würde der politische Druck von diesen beiden Gemeinden für den Bau der B15 neu schnell nachlassen.

Die Sprecher der Bürgerinitiativen Adlkofen, Geisenhausen, Vilsbiburg, Velden und Buchbach erläuterten, wie die Bürgerinitiativen vor Ort funktionieren und was sie bisher erreicht haben. Danach war es kein Problem, Unterstützer für die Gründung einer Bürgerinitiative "Stop B15 neu" zu finden. Harald Weiskopf und Michael Gärtner erklärten sich bereit, die Führung der Bürgerinitiative zu übernehmen. Damit ist entlang der geplanten Trasse von Adlkofen in Niederbayern bis nach Schwindegg in Oberbayern ein dichtes Netz an Bürgerinitiativen entstanden.

hsc/Mühldorfer Anzeiger

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