Ertrag der Stadtwerke sinkt um zwei Drittel

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Das Herz der Wasserversorgung wird erneuert: Der Hochbehälter bei Solling.

Mühldorf - Die Finanzkrise hat auch die Mühldorfer Stadtwerke gebeutelt und den Ertrag auf ein gutes Drittel reduziert. Heuer erhält die Stadt als Eigentümerin nur noch 113.000 Euro.

Einmal mehr ist das Geschehen an der Strombörse Auslöser der Belastung der Stadtwerke. Durch die Finanzkrise hätten sich viele Spekulanten zurückgezogen, der Strompreis sei - wie andere an der Börse gehandelten Waren - deutlich gesunken, erläutert Stephan Rösner, Geschäftsführer der Mühldorfer Stadtwerke. Die Stadtwerke hätten Strom wie üblich schon vor Monaten zu einem damals höheren Preis erworben. Da einige Betriebe durch Kurzarbeit und Auftragsrückgang weniger Strom gebraucht hätten, mussten die Stadtwerke überschüssige Kapazität billiger wieder verkaufen. "Wir wollen die Kunden aber nicht noch stärker belasten, deshalb geht es zulasten der Marge", erklärt Rösner den Ertragsrückgang von etwa 300.000 im Jahr 2008 auf 113.000 im vergangenen Jahr.

Trotz des schwierigen Jahres haben die Stadtwerke in die Sanierung des Wassernetzes investiert, denn das insgesamt 150 Kilometer lange Netz ist stellenweise marode. Allein 40 Rohrbrüche zählten die Werke im vergangenen Jahr. Der größte Teil der Investitionen von 500.000 Euro liefen in die Erneuerung der Hauptwasserleitung in der Elbestraße, insgesamt sanierten die Stadtwerke 1,3 Kilometer Rohre. "Die Sanierung des Netzes läuft im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter", betont Rösner, "das Ende ist aber noch nicht absehbar." Das nächste große Vorhaben steht an, die Planungen für eine Sanierung und Erweiterung des Hochbehälters in Solling sind abgeschlossen, der Bau soll 2011 beginnen.

Neben der Wasserversorgung steckten die Stadtwerke weitere 500.000 Euro in die Stromversorgung und die Freizeitbetriebe. Die belasten die Bilanz der Stadtwerke wie in jedem Jahr mit etwa einer Million Euro. Größtes Sorgenkind ist das Hallenbad, das Rösner als "nicht mehr zeitgemäß" bezeichnet. Unverändert 35.000 Besucher zählte das Bad 2009. Ein Alternativbau ist derzeit nicht möglich, etwa 15 Millionen Euro müssten die Stadtwerke mit Unterstützung der Stadt für ein neues Bad aufbringen.

Rückläufige Zahlen bescherte ein warmer April der Sauna, im Freibad tummelten sich dagegen mehr Menschen als im Vorjahr. Rösner macht dafür den heißen August und den Verzicht auf Urlaubsreisen verantwortlich. Vom "Urlaub zu Hause" profitierte auch die Innfähre, die statt 2900 im Vorjahr 3600 Benutzer hatte. Die Eisbahn besuchten unverändert 19.000 Menschen.

Rösner rechnet für das kommende Jahr mit weiter steigenden Strompreisen. Wichtigster Grund seien zusätzliche Belastungen durch Abgaben für erneuerbare Energie. Waren es laut Rösner 2008 noch 1,4 Cent, stieg die Quote 2009 auf 2,1 Cent. Fachleute rechnen laut Rösner mit bis zu fünf Cent im kommenden Jahr.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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