Bürgermeister Georg Kobler und Klaus Schuster von der Bürgerinitiative kommentieren das Ergebnis

Des einen Freud, des andern Leid

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Georg Kobler.

Erharting - Enttäuschung und Erleichterung: Als gestern Abend alle Stimmzettel ausgezählt waren, fielen die Reaktionen im Feuerwehrhaus unterschiedlich aus.

Klaus Schuster.

"Ich spüre eine große Enttäuschung", sagte Klaus Schuster, Vertreter des Bürgerbegehrens und damit klarer Gegner des Netto-Logistikzentrums. Das wird nun kommen, 135000 Quadratmeter groß. Die Versiegelung dieser Fläche - sie entspricht 19 Fußballfeldern - und der steigende Lkw-Verkehr waren Schuster und der Initiative besonders ein Dorn im Auge. "Wir sind einen langen Weg gegangen, haben Engagement gezeigt", genutzt hat es am Ende nichts. "Die Bürger haben jetzt so entschieden. Das müssen wir akzeptieren", so Schuster. Weitere Aktivitäten seiner Initiative werde es nicht mehr geben. Das anschließende Treffen gestern Abend im "Pauli-Wirt" diente deshalb auch nur der Nachbetrachtung - zukünftige Schritte wird die Gemeinschaft nicht mehr gehen. Für die Gemeinde geht die Arbeit indes weiter.

Der Bürgerentscheid in Bildern:

Erharting: Netto-Logistikzentrum

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Großer Befürworter des Bauvorhabens war und ist Bürgermeister Georg Kobler: "Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis", sagte der Gemeindechef am Abend. Den ganzen Tag über habe er ein gutes Gefühl gehabt, dass die Entscheidung im Sinne der Befürworter ausfällt. Immer wieder sei er von Wahlleiter Walter Gruber über die Wahlbeteiligung auf dem Laufenden gehalten worden: "Als diese über 60 Prozent stieg, dachte ich mir schon, dass es uns gelungen ist, die sonst schweigende Mehrheit zu mobilisieren." Vielleicht auch, da es am Freitag nach der Bürgerversammlung noch eine Informationsveranstaltung in Sach Logistikzentrum gegeben hatte. Dort refereierte Roland Polaschek, Bürgermeister von Gerstetten. Die Gemeinde in der Nähe von Ulm hat seit 18 Jahren Erfahrungen mit einem Bau dieser Art. Netto betreibt auch hier ein Logistik-Zentrum - und der Bericht war durchwegs positiv.

Wie geht es nun weiter? "Direkt morgen geht der Vorbescheid ans Landratsamt", so Kobler. In den nächsten Tagen, so der Bürgermeister weiter, wird Netto dann aller Voraussicht nach Baurecht zugesprochen bekommen.

Allerdings sei noch völlig unklar, wann die ersten Baumaschinen anrücken. Gestern war das dem Bürgermeister auch erst einmal egal, hauptsache, die Entscheidung stimmte: "Denn es ist die beste, die wir treffen konnten."

bst/Neumarkter Anzeiger

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