Einbrechen für ein Leben im Luxus

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Mühldorf - Ihren Lebensunterhalt wollten sich zwei Männer aus Ungarn aufbessern - mit Einbrüchen. Sie wurden erwischt und mussten sich jetzt vor Gericht verantworten.

Wegen gemeinschaftlichen Einbruchdiebstahls müssen die beiden längere Haftstrafen absitzen. Wegen Beihilfe wurde eine 28-jährige Frau zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Gelegenheitsjobs und zu wenig Geld - mit Einbrüchen wollten die beiden Männer aus Ungarn ihre finanzielle Situation aufbessern. Die 28-jährige Lebensgefährtin des 31-jährigen Angeklagten sollte ihnen dabei geholfen haben. Wegen schweren Bandendiebstahls mussten sich die drei vor dem Schöffengericht verantworten.

In Deutschland können die Beamten ihnen zwei Einbrüche nachweisen, in Österreich sollen sie in neun Wohnungen eingestiegen sein. Die Vorgehensweise war laut Anklageschrift bei den Einbrüchen in Bad Birnbach und Ampfing im Mai vorigen Jahres die gleiche: Während der 38-jährige Angeklagte seinen Komplizen vor dem Haus absetzte und in der näheren Umgebung mit dem Auto seine Runden drehte, gelangte der 31-Jährige über ein eingeschlagenes Fenster in die Wohnungen. Hier erbeutete er Schmuck, dazu noch Goldbarren, Sammlermünzen und Bargeld. Der Beuteschaden betrug insgesamt etwa 12.000 Euro. Zwei Monate zuvor hatte die Frau in Waldkraiburg eine Wohnung angemietet, ein Auto gekauft und auf ihren Namen zugelassen.

Schon vor den beiden Einbrüchen waren die Angeklagten in das Visier der Ermittler geraten. Die ungarischen Behörden informierten das Bundeskriminalamt, dass das Diebes-Paar auf dem Weg nach Deutschland sei. Über einen Peilsender blieben die Beamten ihnen auf der Spur, wie ein Polizist in der Verhandlung erklärte. Nach dem Einbruch in Ampfing ertappten sie die Angeklagten auf frischer Tat.

Drei Pflichtverteidiger und zwei Wahlverteidiger standen den drei Angeklagten zur Seite. Über seinen Verteidiger legte der 31-Jährige ein Geständnis ab. "Seine Lebensgefährtin hat nichts damit zu tun", ließ er ausrichten. Auch die Einbrüche in Österreich habe er zum Teil alleine begangen. Nach Waldkraiburg sei er gekommen, um hier Arbeit zu finden. Für die Einbrüche habe er sich spontan entschlossen. Seinen Komplizen habe er als Fahrer gebraucht. Er selbst hatte einen Bänderriss im Fuß, konnte also nicht fahren.

An der Schuld der beiden Männer bestand angesichts der Geständnisse kein Zweifel. Nicht klar war die Rolle der Frau: War sie in die Einbrüche involviert oder hatte sie die Augen verschlossen? Die Freundin will von alledem nichts gewusst haben - trotz der Verdachtsmomente: Schmuck, ein Ausflug nach Passau inklusive Schifffahrt, Besuch in einer Therme, ein Goldbarren. Und das bei einem monatlichen Einkommen von umgerechnet 300 Euro.

Die Beteiligung der Frau und damit ein schwerer Bandendiebstahl waren letztlich nicht nachzuweisen. Am Ende sprach sich die Staatsanwältin bei der Frau für eine Freiheitsstrafe von neun Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, aus. Denn mit dem Anmieten der Wohnung und dem Kauf des Autos habe sie Beihilfe geleistet. Für die Männer forderte sie Haftstrafen: Für den 31-Jährigen, der bereits zwei Haftstrafen wegen Diebstahls verbüßt hat, zwei Jahre und drei Monate, für den vorbestraften 38-Jährigen ein Jahr und sechs Monate.

Dessen Verteidiger plädierte für einen Strafe zwischen 16 und 18 Monaten, für den Komplizen forderten dessen beiden Verteidiger jeweils eine Strafe von zwei Jahren. Ganz den Forderungen der Staatsanwältin schloss sich der Verteidiger der Frau an.

Wegen gemeinschaftlichen Einbruchdiebstahls verurteilte das Schöffengericht den 38-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, den zweiten Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten. Für die Frau bleibt eine Freiheitsstrafe von neun Monaten zur Bewährung.

hi/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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