Feste Zeiten und härtere Strafen gegen Fluglärm

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Martin Eibl (Mitte) vom Fliegerclub Mühldorf stellte sich den Klagen der verärgerten Bürger. Bürgermeister Stefan Schalk (rechts) führte die Diskussion.

Mettenheim - Weil  viele Beschwerden eingegangen seien, hat Bürgermeister Stefan Schalk eine Diskussionsrunde zum Thema Fluglärm einberufen.

Klagen über den Fluglärm, der durch den Flugplatz in Mößling verursacht werde, kämen verstärkt aus Lochheim, stellte Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk zu Beginn der Diskussionsrunde beim Kreuzerwirt in den Raum. Aber auch die Bürger aus Gaymoos, Mettenheim, Gummattenkirchen und Umgebung hätten sich beschwert.

"Es wird über die Siedlungen geflogen. Das muss wirklich nicht sein, vor allem nicht am Wochenende", so Schalk. Problematisch seien die drei Kategorien Kunstflieger, Segelflieger und ein Oldtimer-Hubschrauber, den sich der Fliegerclub Mühldorf neu angeschafft hat.

Beim Kreuzerwirt konfrontierten die verärgerten Bürger den Vorsitzenden des Mühldorfer Fliegerclubs Martin Eibl und seinen Stellvertreter Hans Hinkofer mit ihren Klagen. Eibl stellte zunächst den Club vor. "60 Flugzeuge sind in Mühldorf stationiert und sie werden auch nur von unseren Mitgliedern geflogen." Die Maschinen dürften von 6 Uhr morgens bis um 22 Uhr abends fliegen. Bei unbewohnten Gebieten hätten sie eine Höhe von mindestens 150 Metern einzuhalten. Mindestens 300 Meter seien es bei bewohnten Gebieten. Nur in zwei Fällen würde ein Flieger tiefer fliegen: bei der Waldbrandbeobachtung und bei der Ausbildung eines Piloten. An dieser Stelle protestierten die Zuhörer, denn die Flieger würden viel öfter tiefer fliegen und stundenlang über den Häusern kreisen.

Auf einer Leinwand zeigte Eibl daraufhin ein Anflugblatt, das die Platzrunde für Piloten markiert, also die Strecke, die sie fliegen dürfen ohne dabei eine Siedlung zu überfliegen. "Wir sind dauernd bemüht, die Platzrunde zu verbessern, damit die Leute in den Siedlungen ihre Ruhe haben", so Eibl. Vor 15 Jahren seien die Flugzeuge auch lärmreduziert worden, soweit es bautechnisch möglich gewesen sei.

"Was passiert, wenn sich ein Pilot nicht an die Platzrunde hält?", so die Frage eines Zuhörers. "Man kann es nicht kontrollieren. Ich kann einen Piloten nur ermahnen. Vor allem für fremde Piloten ist es aber schwer zu sehen wo eine Siedlung ist und wo nicht", meinte Eibl. Hierfür gebe es keine rechtliche Grundlage.

Bürgermeister Stefan Schalk plädierte an die Anwesenden, nicht zu streiten, sondern nach Lösungen zu suchen. Sein Vorschlag gegen die "Falschflieger": Härtere Konsequenzen. Für die Kunstflieger regte Schalk ein Zeitfenster an. "Wie wäre es, wenn die Kunstfliger am Wochenende nur von 14 bis um 17 Uhr fliegen dürften?" Gleiches könne auch beim Oldtimer-Hubschrauber Abhilfe schaffen, den die verärgerten Bürger als besonders störend und laut empfinden. Zwei Flüge am Wochenende würde Schalk dem Hubschrauber zugestehen.

Die Bürger sollen ab sofort dokumentieren, wenn ein Flugzeug über ihren Häusern fliegt. Die Nummer des Flugzeugs, Datum und Zeit müssten notiert werden. Auch ein Foto sei hilfreich. "Geben Sie das an die Gemeinde und wir leiten es dem Fliegerclub weiter", forderte der Bürgermeister auf.

Eibl versprach, sich die Vorschläge durch den Kopf gehen zu lassen und sie mit den Mitgliedern zu besprechen. In cirka einem Jahr soll dann nochmal eine Diskussionsrunde zum Thema stattfinden.

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