Digitalfunk: Fünf Standorte stehen fest

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Sieben Tetra-Funkanlagen werden im Landkreis montiert. Lediglich hinter den Standorten in Kirchdorf/Haag und Gars/Reichertsheim steht noch ein Fragezeichen.

Mühldorf - An sieben Standorten im Landkreis werden Sendemasten für den Digitalfunk von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) aufgestellt. Fünf davon sind bereits vertraglich vereinbart.

Im Bayerischen Innenministerium versuchen die Verantwortlichen so offen wie möglich mit dem Thema umzugehen, auch wenn es die strengen Vorgaben des Bundes zu dem Thema nicht unbedingt einfach machen. So dürfen zum Beispiel die Standorte aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben werden. "Das ist auch für uns nur schwer nachzuvollziehen. Schließlich wollen wir mit dem Thema offen und transparent umgehen", erklärt Susanna Bredemeier, die in München für die Öffentlichkeitsarbeit in der "Projektgruppe DigiNet" zuständig ist. Zudem sind die Funkmasten in vielen Orten Thema in den Sitzungen der Stadt- und Gemeinderäte.

Insgesamt werden im Landkreis sieben Sendeanlagen montiert. Fünf der so genannten "Suchkreismittelpunkte" seien bereits vertraglich zugesichert, sagt Bredemeier. Neben Mühldorf, Waldkraiburg und Schwindegg sind das Neumarkt-St. Veit und Lohkirchen (siehe "Die Standorte im Landkreis"). Lediglich für die Standorte Kirchdorf/Haag und Gars/Reichertsheim ist nach den massiven Widerständen aus der Bevölkerung noch keine Entscheidung gefallen. Die zum Teil heftigen Proteste kann Bredemeier nicht nachvollziehen: "Wenn Not am Mann ist, will doch jeder, dass die Einsatzkräfte schnell und zielsicher arbeiten können."

Deshalb habe die Suche nach Standorten und möglichen Alternativen auch in enger Kooperation mit den Feuerwehren und der Polizei vor Ort stattgefunden, sagt Bredemeier. "Wir wollen natürlich gewährleisten, dass gerade Unfallschwerpunkte oder logistisch wichtige Bereiche eine hundertprozentige Abdeckung bekommen." Deshalb sei unter anderem der Standort Kirchdorf/Haag von entscheidender Bedeutung. "Die B12 und die B15 sind ganz klar ein Einsatzschwerpunkt. Gerade hier wäre eine optimale Versorgung wichtig", stimmt ihr Kreisbrandrat Karl Neulinger zu, der die Schwächen des Analogfunks täglich zu spüren bekommt. "Einsätze im Großhaager Forst wie in der vergangenen Woche sind in dieser Hinsicht immer ein schwieriges Unterfangen."

Ähnlich formuliert es Mühldorfs Polizeichef Robert Anderl: "Fakt ist, dass es im Landkreis einige Bereiche gibt, wo wir aufgrund von Funklöchern fast täglich zu Standortwechseln gezwungen sind." Alternativlos nennen beide die Umstellung auf den Digitalfunk, auch wenn es für die Einsatzkräfte kein billiges Unterfangen wird.

Rund 500 Euro kostet laut Neulinger ein neues Funkgerät, alleine bei der Feuerwehr müssen rund 180 Fahrzeuge im Landkreis umgerüstet werden. Hinzu kommen die Handfunkgeräte sowie die Empfänger im Bereich der Alarmierung. Bisher sei noch nicht klar, in welcher Höhe sich der Freistaat an den Kosten beteiligt. "Die Rede ist von 80 Prozent", sagt Neulinger. "Aber ob zum Beispiel auch die Einbaukosten gefördert werden, steht in den Sternen."

Ende 2012 soll der BOS-Digitalfunk in Betrieb gehen. Ein strenger Zeitplan, den Karl Neulinger nicht für realistisch hält. "Nachdem das ein bundesweites Projekt ist, glaube ich persönlich nicht, dass dieser Termin zu halten ist." Immerhin: "Im Landkreis Mühldorf sind wir mit den Planungen schon relativ weit fortgeschritten", sagt Bredemeier. "Nur Kirchdorf und Reichertsheim machen uns Sorgen."

ha/Mühldorfer Anzeiger

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