DFB-Stützpunkt in Mühldorf eröffnet

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Am Tag der offenen Tür auf dem Mößlinger Sportplatz präsentierten sich Verein und Talentförderung der Öffentlichkeit. Kinder und Jugendliche hatten Gelegenheit, das DFB-Fußballabzeichen abzulegen oder ihre Schusskraft zu messen.

Mühldorf - Der DFB-Stützpunkt ist von Waldkraiburg nach Mühldorf gezogen - Stützpunktkoordinator Peter Wimmer erklärt im Interview das Konzept des Bayerischen Fußballverbandes.

Mit dem Umzug des DFB-Stützpunktes von Waldkraiburg nach Mühldorf wird sich die Fußballandschaft im Landkreis verändern. Im Interview spricht Stützpunktkoordinator Peter Wimmer über das Konzept des Bayerischen Fußballverbandes, die Zusammenarbeit mit dem FC Mühldorf und den Imagegewinn für Stadt und Verein.

Was hat denn nun den Ausschlag gegeben, den Stützpunkt von Waldkraiburg nach Mühldorf zu verlegen?

In erster Linie war es eine konzeptionelle Entscheidung. Bisher waren die Stützpunkte als Gast einem Verein angeschlossen, künftig wollen wir das Talentförderungsprogramm eng und leistungsbezogen mit den Vereinen verzahnen. Und da hat sich der FC Mühldorf mit seinem Umfeld und der hervorragenden Jugendarbeit der letzten Jahre geradezu aufgedrängt. Hinzu kommen die Bereitschaft der Kommune, die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, und die hervorragenden Hallenbedingungen. In Mühldorf passt einfach alles zusammen, die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben gemacht.

Sie haben die Infrastruktur angesprochen. Welche Voraussetzungen müssen für den Stützpunkt noch geschaffen werden?

Um es deutlich zu sagen: Wir sind nicht in der Position, einer Kommune bestimmte Auflagen zu machen. Der Zustand der Sportstätten ist gut, wir sind hier ja regelmäßig mit Auswahlmannschaften zu Gast. Auch darüber hinaus passen die Voraussetzungen. Zum Beispiel die Gastronomie: Vor ein paar Monaten habe ich hier eine Tagung mit 80 Leuten durchgeführt, ohne Probleme.

Ein Kunstrasenplatz ist also nicht zwingend erforderlich?

Zwingend nicht. Aber wir haben natürlich Wünsche. Und da gehört ein Kunstrasenplatz auch dazu. Das ist schon eine gute Sache, vor allem wenn man ein derartiges Projekt langfristig sieht. Denn letztlich profitiert von der Ansiedlung eines Stützpunkts nicht nur der Verein, sondern die ganze Stadt. Unser inhaltlich nächster Schritt wird beispielsweise eine verstärkte Kooperation mit den Schulen und Sportlehrern sein.

Zu Ende gedacht, könnte es also ein junges Talent aus dem Schulsport heraus bis ins Internat eines Bundesligisten schaffen?

Das ist schon ein sehr weiter Weg, aber prinzipiell ja. Unser grundsätzliches Ziel ist die flächendeckende Talentsichtung und Förderung, um die Jahrgangsbesten weiterzuentwickeln und so weit nach oben zu bringen wie möglich. Und zwar ohne dass sie schon in jungen Jahren Hunderte von Kilometern auf der Straße verbringen müssen, um zu den Trainingseinheiten und Spielen zu fahren. Sie sollen wohnortnah optimal technisch und taktisch geschult werden.

Wie sieht das konkret im Fall des Stützpunktes Mühldorf aus?

Jeden Montag kommen hier die besten Spieler der Jahrgänge U12 bis U15 aus Mühldorf und den übrigen Vereinen aus dem Umland von rund 30 Kilometern zum Training zusammen. Die herausragenden Fußballer dieses Stützpunktes werden dann mit den umliegenden Stützpunktspielern verglichen und nehmen - im Erfolgsfall - am Training in benachbarten Leistungszentren des BFV wie beispielsweise in Burghausen teil, können aber nach wie vor bei ihrem Heimatverein spielen. So wollen wir sicherstellen, dass die wirklich talentierten Spieler erst dann den Verein wechseln, wenn gewährleistet ist, dass sie auch in der höchsten Spielklasse zum Einsatz kommen. Im Optimalfall erfolgt dann später der Sprung in das Fußballinternat eines Bundesligisten.

Wird sich die Ansiedlung des Stützpunkts auf die finanzielle Lage des FC Mühldorf auswirken?

Im Grunde nicht. Der Stützpunktverein bekommt geringe Zuschüsse für die Benutzung der Sportanlagen, für die Trainer gibt es Aufwandsentschädigungen, wenn sie für den BFV tätig werden. Nicht zu beziffern ist dagegen der Imagegewinn für den Verein, der sein Profil schärfen kann und natürlich gerade in der D- und C-Jugend deutlich leistungsorientierter arbeiten wird. Darüber hinaus ist ein DFB-Stützpunkt auch ein Ausbildungszentrum für die Trainer, so dass letztlich die Qualität der Trainingsarbeit des FC Mühldorf, aber auch der umliegenden Vereine steigen kann. Mühldorf wird also zum Fußball-Ausbildungszentrum für Vereine, Trainer und Spieler. Doch das liegt nicht zuletzt am Engagement jedes einzelnen Vereinsmitglieds vor Ort.

Mühldorfer Anzeiger

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