Sondertopf für Strecken-Ausbau gefordert

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Die Großbaustelle aus der Luft: Während bei Ampfing der Autobahnweiterbau nach Plan läuft, ist die Finanzierung der übrigen Bereiche keinesfalls gesichert.

Tüßling - Die chemische Industrie will den Ausbau der Bahnstrecke weiter unterstützen, auch wenn der zweigleisige Ausbau bis Tüßling bereits abgeschlossen ist.

Das betonte Dr. Werner Goll, Sprecher der Initiative Chemdelta. Er forderte auch einen Sonderetat zur Finanzierung der Autobahn.

Einsatz für die schnelle Verbesserung der Infrastruktur: Chemdelta-Sprecher Goll.

Der Ausbau der Infrastruktur ist eines der wichtigsten Anliegen der Initiative Chemdelta, in der fast alle Chemiebetriebe aus der Region zusammengeschlossen sind. Das Engagement der Interessenvertretung soll sich aber nicht ändern, wenn der für die chemische Industrie so wichtige Ausbau bis Tüßling beendet ist. "Wir haben nicht nur die Chemie zu vertreten", betonte der Sprecher der Initiative, Goll, bei einem Besuch in der Redaktion des Mühldorfer Anzeigers auf Nachfrage. "Wir stehen für alle Menschen, die in der Region leben und auch für andere Firmen, die eine bessere Verkehrsanbindung dringend brauchen."

Damit widersprach Goll Befürchtungen, die chemische Industrie könne ihr Engagement für den Bahnausbau beenden, wenn ihr vorrangiges Interesse befriedigt sei. "Der Ausbau ist überfällig für unseren Bereich", sagte Goll und sprach von der "sozialpolitischen Verantwortung für die Region, in der jeder fünfte Arbeitsplatz in der chemischen Industrie wäre.

Goll erinnerte an die Termine zum Ausbau bis Tüßling. Aus dem Verkehrsministerium wisse er, dass bis Ende 2012 die Finanzierungsvereinbarung vorbereitet sein soll, damit Geld zur Verfügung stünde, sobald Baurecht vorliege. Goll geht davon aus, dass sich Eisenbahnbundesamt und Regierung von Oberbayern mit dem Planfeststellungsverfahren beeilen werden.

Den Weiterbau der Autobahn sieht Goll gefährdet, weil sie "chronisch unterfinanziert" sei. Um die beiden Abschnitte von Pastetten nach Dorfen und weiter nach Heldenstein in einem absehbaren Zeitraum bauen zu können, seien jährlich 100 Millionen Euro notwendig; das ist etwa das zehnfache des Geldes, das derzeit zur Verfügung steht. Goll zieht eine direkte Parallele zu den Planungen für die Olympischen Spiele. "Es ist der Region nicht zu vermitteln, dass der Ausbau der A94 chronisch unterfinanziert ist und für die Olympiade ein Sondertopf geschaffen werden soll." Er verlangt nicht nur die Zusage, dass Kosten für Olympia nicht mit dem Bau der A94 in Konkurrenz stehen dürfe. "Wir brauchen einen Sonderfonds für die A94, um dieses Debakel zu beenden."

Wie sich Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen auswirken können, machte Goll am Beispiel der Ethylenpipeline ins Chemiedreieck deutlich. Die Zusage des Baus der Pipeline habe Investitonen in die Chemiewerke in Höhe von drei Milliarden Euro nach sich gezogen. Der Ausbau von Autobahn und Bahn könne eine ähnliche Wirkung haben.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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