Caritas-Altenheim: Baubeginn im Frühjahr

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Noch verdecken das dritte und vierte Obergeschoss des Caritas-Altenheims den Blick auf die Nikolauskirche, heuer wird sich das ändern.

Mühldorf - Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten für das neue Caritas-Altenheim. Die bisherigen 15 Bewohner müssen im Januar ihre Koffer packen:

Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten für das neue Caritas-Altenheim. Rund 13 Millionen Euro kostet das Seniorenheim, das voraussichtlich im Frühjahr 2014 seine Pforten öffnet.

Langsam wird es still im Caritas-Altenheim. 15 Bewohner sind noch da, noch im Januar werden auch sie ihre Koffer packen und ins Heilig-Geist-Spital umziehen. „Im Frühjahr wollen wir so zügig wie möglich mit den Bauarbeiten beginnen“, erklärt Hubert Radan. „Endlich geht es los.“

Der Leiter des Caritas-Altenheims macht keinen Hehl daraus, wie sehr er die Ankunft der Bagger erwartet. „Die Planungen ziehen sich seit Jahren wie ein Gummiband. Das ist auch für die Angestellten und Bewohner eine schwierige Situation und sorgt natürlich für Unsicherheit im Haus.“

Auch finanziell ist Eile geboten: „Jeder zusätzliche Monat, in dem wir zwei Heime parallel betreiben müssen, kostet richtig Geld.“

Der Blick geht zehn Jahre zurück. Damals kam es zwischen den Verantwortlichen des Caritas-Altenheims und des Heilig-Geist-Spitals zu ersten Gesprächen bezüglich einer Kooperation im Bereich der Küche und der Wäscherei. Doch schon bald kristallisierte sich heraus, dass den Standort eines Altenheims in der Altstadt nur eine große Lösung sichern kann: "Das Heilig-Geist-Spital arbeitete defizitär, auf uns kam die Sanierung des Hauses zu."

Die erste Kostenschätzung des Plankreises für einen Neubau im Jahr 2004 belief sich noch auf rund zehn Millionen Euro. Mehrwertsteuererhöhung, gestiegene Preise am Bau und die lange Planungsphase trieben die Kosten in die Höhe. "Inzwischen sind wir bei rund 13 Millionen Euro", erläutert Radan.

Derzeit kümmert sich Hubert Radan um den letzten Feinschliff am Dach, dann steht dem Baubeginn im Frühjahr nichts mehr im Weg.

Dabei hat man sich von der komfortableren Variante mit einem großen, lichtdurchfluteten Foyer inzwischen wieder verabschiedet. "Zu teuer und zu platzraubend" sei das gewesen, sagt Radan. Dafür wurde die Außengestaltung des neuen Gebäudes von einem eigens beauftragten Architekten noch einmal komplett überarbeitet - mit Rücksicht auf die Auflagen des Denkmalschutzes, sich am sensiblen Ensemble der Umgebung orientierend.

Denn aus städtebaulicher Sicht ist der Abriss des Caritas-Altenheims eine große Chance: Die Bausünde aus den 60er-Jahren verschwidet, gibt von Süden aus den Blick auf die Nikolauskirche frei. Zwei Stockwerke wird der Neubau auf der Ebene des Kirchenplatzes hoch, derzeit sind es vier. Ein zurückgesetztes drittes Technikgeschoss wird vom Boden aus nicht sichtbar sein.

Mit rund zwei Jahren Bauzeit rechnet Radan, im Januar soll die Baugenehmigung vorliegen. 2014 öffnet dann das neue Caritas-Altenheim seine Pforten, mit 114 Plätzen - aufgeteilt in Einzel- und Doppelzimmer, jeweils ausgestattet mit einer Nasszelle. Dazu gibt es sieben Tagespflege-Plätze. Von der Idee, am Kirchenplatz auch betreutes Wohnen anzubieten, hat Radan wieder Abstand genommen: "Das ist in der Kalkulation und im Vergleich mit den ortsüblichen Mieten schlicht zu teuer."

Ein "schönes, funktionales Heim" werde hier entstehen, sagt er. "Mit dem Ökonomiestadl als festen Bestandteil." Der Gastraum, den bereits jetzt die Caritas betreibt, bleibt bestehen, der Nebenraum wird zur Kapelle. Im ersten Obergeschoss entsteht ein Therapie- und Multifunktionsraum. "Der Ökonomiestadl bietet uns viele zusätzliche Möglichkeiten. Hier könnte ich mir zum Beispiel einen Seniorenmittagstisch, ein Tagescafé oder Fortbildungsveranstaltungen vorstellen", sagt Radan. "Aber das ist Zukunftsmusik."

Im Moment ist der Heimleiter vor allem damit beschäftigt, sich um die Organisation des Umzugs zu kümmern. Die meisten Mitarbeitergespräche hat er bereits geführt, betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. "Während der Bauphase betreuen wir im Heilig-Geist-Spital 58 Senioren. Dafür brauchen wir gerade einmal halb so viel Personal wie zuvor und danach. Aber auch da finden sich Lösungen."

Besonders freut ihn, dass sich nur fünf Bewohner entschlossen haben, trotz des zwischenzeitlichen Umzugs ins Spital und der Bauphase in eine andere Einrichtung zu ziehen. "Das ist ein schöner Vertrauensbeweis und nimmt uns in die Pflicht, dass für die Bewohner alles so reibungslos wie möglich abläuft."

ha/Mühldorfer-Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser