Goppel: "Gesetz muss geändert werden!"

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Mettenheim - Hitzige Diskussionen führten Politiker und Bürger beim zweiten Bodendenkmäler-Frühschoppen. Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel versprach, sich um eine Änderung des Bodendenkmäler-Gesetzes zu bemühen.

Immer noch ist das Thema Bodendenkmäler ein heißes Eisen in Mettenheim. Zahlreiche Briefe wurden geschrieben, zahlreiche Diskussionen wurden bereits geführt. Jetzt sollen sie auch zu einem konkreten Ergebnis führen, wie Dr. Thomas Goppel, ehemaliger Wissenschafts- und Kunstminister, beim zweiten Bodendenkmäler-Frühschoppen beim Kreuzerwirt versprach.

Obwohl einige Aussagen des Politikers bei den Mettenheimern keinen Anklang fanden und umgekehrt, sicherte er zu, den verzweifelten Bürgerinnen und Bürgern zu helfen. Goppel werde einen Brief an den zuständigen Minister verfassen, in dem er die Anliegen der Grundstücks-Eigentümer vortragen werde. Im Laufe der Diskussion kristalisierten sich besonders zwei Punkte heraus, die immer wieder für Brennstoff sorgen. Zum einen müssen laut Goppel die Informationsflüsse zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege und den Betroffenen verbessert werden. "Sie müssen gegenseitig fließen."

Zum anderen dürfen die Bürger keine ungeahnten Kosten zu tragen haben, wenn auf ihrem Grundstück ein Bodendenkmal vermutet wird und diese Vermutung durch Ausgrabungen überprüft werden müsse. "Hier brauchen wir eine Änderung des Gesetzes", so Goppel. "Die Untersuchungskosten müssen vom Staat mitgetragen werden." Dem Politiker gefiel dabei auch die Idee von Klaus Schomers von der Interessengemeinschaft Denkmal. Der Mettenheimer schlug vor, die Kosten müsse der Staat übernehmen, sofern nichts auf dem Grundstück gefunden werde. Stoßt man doch auf ein Bodendenkmal, könne über eine Beteiligung des Eigentümers gesprochen werden. 9000 Euro hat die Überprüfung des Bodens Landwirt Josef Schöberl gekostet, der auf seinem Grundstück in Biburg eine Maschinenhalle errichten wollte. "Die Kosten dürfen nicht in voller Höhe auf den Bauherrn zukommen", so der Apell des Landwirts.

Neben den beiden genannten Punkten war wieder einmal der Bayern Viewer Thema am Sonntagvormittag. Während Dr. Walter Irlinger vom Landesamt für Denkmalpflege die Aktualität und die Bürgerfreundlichkeit des Mediums herausstellte, bemägelten die Mettenheimer, dass sich die rot eingezeichneten Flächen täglich ändern würden und somit niemand sicher sagen könne, ob auf seinem Grundstück ein Bodendenkmal vermutet werde oder nicht. Immer mit dabei sei jedoch die Römerstraße. "Nur der Name kann kein Beweis dafür sein, dass unsere Straße wirklich einmal etwas mit den Römern zu tun hatte", so die Bewohner.

Für Trubel im Saal sorgten außerdem die Aussagen von Bürgermeister Stefan Schalk, der bei seinem Sachstandbericht betonte, dass Mettenheim derzeit nur mit der Rüstungsanlage aus dem Dritten Reich ins Benehmen gesetzt worden sei, nicht aber mit den Altorten. "Ich glaube, dass man die Probleme, die wir in Mettenheim und auch in anderen Gemeinden haben, durchaus verstanden hat", so die Bilanz von Klaus Schomers am Ende der Veranstaltung. "Der Vormittag hat sich gelohnt", zeigte sich auch Dr. Thomas Goppel überzeugt. Die Bürgerinnen und Bürger hoffen, dass sich nun wirklich etwas ändert. Das Thema Bodendekmäler ist aber noch lange nicht vom Tisch, das haben die regen Diskussionen im Saal bewiesen.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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