Bauunternehmen Straßer ist gerettet

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Von Winhöring aus werden auch künftig die Straßer-Baumaschinen rollen: Hermann und Siegmund Straßer (Mitte), die auch künftig Geschäftsführer bleiben, sowie Stefan Birnbacher (rechts), Geschäftsführer der Xaver Riebel Bauunternehmung GmbH, und Thomas Aulinger, Geschäftsführer der Xaver Riebel Holding GmbH & Co KG.

Winhöring - Aufatmen in Winhöring: Das Winhöringer Bauunternehmen Gebr. Straßer hat die drohende Insolvenz abgewendet.

Mit der mittelständischen Firmengruppe Riebel aus Mindelheim hat der vorläufige Insolvenzverwalter Severin Kiesl den Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung am Freitagnachmittag einen Investor und künftigen strategischen Partner präsentiert. Riebel-Geschäftsführer Thomas Aulinger will den Standort ab 1. April unter dem Namen "Straßer und Riebel GmbH" fortführen, Siegmund und Hermann Straßer junior bleiben Geschäftsführer, für die verbliebenen 50 Mitarbeiter ändere sich nichts, so Aulinger. "Es ist sichergestellt, dass alle Aufträge erfolgreich abgewickelt werden", betonte Siegmund Straßer, "auch künftig."

Am 17. Januar hatte die Gebr. Straßer OHG das Insolvenzverfahren beantragt. Der vorläufige Insolvenzverwalter hatte gemeinsam mit den damals 90 Mitarbeitern beschlossen, eine einvernehmliche Sanierung und Fortführung anzustreben. 40 Mitarbeiter hätten das Unternehmen in der Folgezeit freiwillig verlassen, so Kiesl, mit den restlichen 50 Mitarbeitern wurden die bestehenden Aufträge erfolgreich fortgeführt - nur ein Auftrag, der als nicht gewinnbringend eingestuft worden sei, sei eingestellt worden.

Das Sanierungskonzept hat der Insolvenzverwalter gemeinsam mit der Unternehmensberatung LEP aus Eggenfelden und den Gebrüdern Straßer ausgearbeitet. Da das Unternehmen eine für den Baubereich kritische Größe gehabt habe, sei es für das Bestehen unerlässlich gewesen, einen strategischen Partner zu finden, um Synergieeffekte zu nutzen und Kosten einzusparen, erklärt Kiesel. Rund 20 Firmen seien angesprochen worden. Riebel aber war von Beginn an der Wunsch-Partner, so Kiesel, da in der Partnerschaft mit der finanzstarken mittelständischen Firmengruppe die besten Synergieeffekte entstehen könnten. Die Riebel Firmengruppe mit Sitz in Mindelheim beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro. Die Kernkompetenzen liegen im Hoch- und Ingenieurbau, im Straßen- und Asphaltbau sowie im Erd- und Kanalbau. Von Winhöring aus will Riebel den gesamten Osten Münchens bedienen.

500.000 Euro nimmt die Firmengruppe in die Hand, um das Winhöringer Bauunternehmen zu sanieren. "Mit dieser hohen Eigenkapitalausstattung wollen wir Straßer auch in Zukunft sichern", sagt Aulinger. Dazu trage aber auch das ausgesprochen hohe Engagement des Insolvenzverwalters, der beiden Hausbanken, der Sparkasse sowie der Raiffeisenbank, des Finanzamtes und der Arbeitsagentur bei. Sie alle unterstützen den Erhalt der regionalen Wirtschaft und der Arbeitsplätze in der Region, so Aulinger.

Auch die Belegschaft unterstütze ausdrücklich den neuen Partner, betonte Kiesl. Sie hätten im Insolvenzverfahren bewusst einen Beitrag geleistet. "Sobald es wieder läuft, werden wir mittelfristig wieder übertariflich bezahlen", versprach Aulinger. Er vertraue in die Leistung der Mitarbeiter und so greife er nach Auslaufen des Insolvenzausfallgeldes auch auf keine weiteren Fördergelder zurück. Auch die Ausbildung laufe weiter wie gewohnt. Für Herbst seien noch Stellen zu besetzen.

Der Sitz des neuen Unternehmens "Straßer und Riebel GmbH" bleibt in Winhöring. Die Altlasten muss das neue Unternehmen nicht übernehmen, sie werden im Insolvenzverfahren weiter abgewickelt, unter Umständen sogar gerichtlich, so Kiesl. Jetzt muss nur noch die Gläubigerversammlung offiziell über den Einstieg des Investors beschließen.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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