Ausgerechnet die Cornflakes

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Die alte und die neue Folie: Bettina Rolle zeigt, was sich in der Cornflakes-Packung verändert hat. Foto ha

Mühldorf - In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Ökotest" erhielten die Cornflakes der Mühldorfer Firma Barnhouse nur die Note "Befriedigend". Das Unternehmen hat reagiert - und einfach die Verpackung ausgetauscht.

Grund für das schwache Testergebnis waren Mineralölrückstände die das von "Ökotest" beauftragte Labor in den Bio-Cornflakes aus Mühldorf nachgewiesen hatte. "Stark erhöht" heißt es in der betreffenden Zeile der Tabelle.

Die Ursache ist den Experten bekannt: Die "MOSH" und "MOAH" genannten Verbindungen gehen aus der Verpackung ins Produkt über. Auslöser seien die mineralölhaltigen Druckfarben, die zum Bedrucken der Recyclingkartons verwendet werden, heißt es in dem Artikel. "Die Stoffe diffundieren aus dem Karton durch die Folie hindurch in die Cerealien", erklärt Barnhouse-Geschäftsführerin Bettina Rolle, die sich weniger über das Ergebnis des Tests als mehr über sich selbst "so richtig geärgert" hat.

"Sonst sind wir ja auch immer so aufgeweckt und gewissenhaft. Aber dieses Thema hatten wir einfach nicht auf dem Radar, obwohl die Problematik mit Mineralölrückständen in Lebensmitteln schon länger bekannt ist." Und dann auch noch die Cornflakes. "Ausgerechnet eines unserer bestverkauften Produkte."

Dabei lässt sich das Problem relativ einfach beheben. Bisher waren die Barnhouse-Cornflakes nur in eine trübe PE-Folie verpackt - im Gegensatz zu den "Krunchys", die in einer durchsichtigen und wesentlich dichteren PP-Folie stecken. "Unsere Laborergebnisse haben gezeigt, dass die Bio-Knuspermüslis auch am Ende des Ablaufdatums völlig noch frei von Mineralölrückständen sind", erklärt Bettina Rolle. Was zur Folge hat, dass nun auch die Cornflakes in PP verpackt werden.

Die Kosten? "Die PP-Folie ist ungefähr doppelt so teuer wie die alte PE-Hülle. Aber dieser Aspekt hat uns angesichts des Ergebnisses erst einmal nicht beschäftigt", sagt die Geschäftsführerin. Entscheidend sei für sie: "Wenn die Produkte der Konkurrenten frei von Schadstoffen sind, sollen unsere es auch sein."

Die Reaktion der Kunden sei überraschend ruhig ausgefallen, sagt Rolle. "Ich habe wütende Proteste erwartet, musste letztlich aber nur zehn E-Mails beantworten." Fast alle waren freundliche Anfragen. "Und seit wir die neue Folie verwenden, kann ich ruhigen Gewissens Entwarnung geben."

ha/Mühldorfer Anzeiger

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