Der Aufstand hat sich rentiert

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Obertaufkirchen - Die Bodendenkmäler in der Gemeinde sowie der Umgang des Landesamtes für Denkmalpflege hatten in den vergangenen Monaten für reichlich Aufregung gesorgt.

In der Zwischenzeit ist es deutlich ruhiger um das Thema geworden. Der zuständige Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch hatte offensichtlich reagiert und das Denkmalamt vorerst seine Pläne gestoppt.

Bürgermeister Franz Ehgartner nutzte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Gelegenheit, über ein Treffen von Landrat Georg Huber, Staatssekretär Dr. Marcel Huber sowie den betroffenen Bürgermeistern mit dem Staatsminister im Landratsamt zu berichten. Zudem zitierte er aus einem Schreiben des Ministers, das Mitte März an die Gemeinde gegangen war. So müsse das Landesamt für Denkmalpflege den Bereich der untertägigen Bodendenkmäler von der Nachqualifizierung der Baudenkmäler und der obertägigen Bodendenkmäler abkoppeln. Zudem solle das Amt eine Kommunikationsstrategie erarbeiten, die auch die betroffenen Kommunen einbeziehe.

Ehgartner verwies darauf, dass vor allem das Thema "Altorte" vom Denkmalamt überarbeitet und neu ausgerichtet werde. Das Denkmalamt müsse zukünftig die Gemeinden bei der Information der Bürger unterstützen. Dabei soll es auch Informationsmaterial mit konkreten Erläuterungen zur Verfügung stellen. Die Betroffenen sollen darüber informiert werden, was auf sie zukomme. Die Einleitung des sogenannten Benehmensverfahrens soll dann gegenüber der Gemeinde mit ausgewiesenen Fehlflächen erfolgen, um unnötige Kritik vor Ort von vornherein zu vermeiden. Nach Abschluss des Verfahrens sollen die Bodendenkmäler flächenscharf mit ausgeweisenen Fehlflächen in den "Bayer Viewer Denkmal" eingestellt werden, berichtete Bürgermeister Ehgartner zufrieden. Georg Wieser ergänzte: "Es hat sich also rentiert, dass ein gewisser Aufstand angezettelt wurde".

Einen weiteren Schritt haben die Gemeinderäte bei der Änderung des Flächennutzungsplanes sowie der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das neue Wohngebiet Mesmering-Sonnenwiese und das Gewerbegebiet Strass II getan. Architekt Thomas Schwarzenböck hatte die Änderungen und Ergänzungen des Gemeinderates aus der Sitzung im März in die einzelnen Entwürfe eingearbeitet, sodass sie ohne Gegenstimme genehmigt wurden. Als nächsten Schritt wird die Verwaltung die "Anhörung der Träger öffentlicher Belange" sowie die "vorgezogene Bürgerbeteiligung" in die Wege leiten.

Ebenfalls eine klare Angelegenheit waren die beiden Feuerwehr-Angelegenheiten. Zuerst bestätigte der Gemeinderat einstimmig die Wahl von Josef Anzenberger zum Kommandanten der Feuerwehr Oberornau und von Franz Zandl junior zu seinem Stellvertreter. "Das ist eh nur eine Formalie", meinte Bürgermeister Ehgartner. Ähnlich ist es mit dem Versicherungsschutz für die Feuerwehrmänner, wenn sie Eigenleistung beim Neubau des Oberornauer Feuerwehrhauses erbringen. Da die Gemeinde Bauherr und Besitzer des Grundstückes für das neue Feuerwehrhaus ist, muss sie den Feuerwehrverein Oberornau offiziell mit dem Erbringen von Eigenleistungen beauftragen. Dann sind die Helfer der Feuerwehr umfassend über die gesetzliche Unfallversicherung versichert.

Zwei Jubiläumsfeiern stehen im Veranstaltungskalender der Gemeinde: Vom 15. bis 17. Mai feiert der TSV Obertaufkirchen sein 40-jähriges Bestehen und vom 2. bis 6. Juni die Freizeitfußballer Ornauer Buam ihr 30-jähriges Bestehen. Beide Vereine haben einen vorübergehenden Gaststättenbetrieb beantragt, um ihre Jubiläen entsprechend feiern zu können. Der Gemeinderat hatte keine Einwände und genehmigte dies mit den üblichen Auflagen.

Anders verhielt es sich mit dem Antrag der Ministrantengruppe St. Michael aus Berg am Laim, einem Ortsteil von München. Sie möchten, wie in den vergangenen Jahren, wieder ein Zeltlager am Sportplatz von Oberornau durchführen und fragen nach, ob sie wieder die gemeindeeigenen Toiletten der Kläranlage benützen dürfen. Andreas Lentner erzählte von diversen Klagen, die in den vergangenen Jahren laut geworden seien. Da wurde die Beschädigung von Zäunen oder die Lautstärke der zeltenden Ministranten moniert. Deshalb forderte er stärkere Auflagen, um die jungen Leute besser im Zaum zu halten.

Bürgermeister Franz Ehgartner regte an, dass man das Zeltlager noch einmal genehmigen solle. Gleichzeitig soll aber auch signalisiert werden, dass es das letzte Mal wäre, wenn sich die Jugendlichen nicht an die Regeln halten würden. Georg Wieser forderte, dass man das "ganz klar in die Genehmigung reinschreiben muss", dass es das letzte Mal sei, wenn die Regeln nicht eingehalten werden. Dem schlossen sich auch die Gemeinderäte einstimmig an und betonten noch einmal, dass es die letzte Bewährungsprobe für das Ministranten-Zeltlager sei.

hsc/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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