Im Januar startet der nächste Projektschritt: die 3D-Seismik

Lohnt sich die Ölförderung? Noch weiß es niemand

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Ampfing - Die RDG hat die in den letzten Wochen durchgeführte Probeförderung im Ampfinger Sandstein abgeschlossen. Das Ergebnis:  Der Ampfinger Sandstein ist ölimprägniert, die Menge förderbaren Erdöls an der erbohrten Stelle ist jedoch gering.

Während des Tests konnten keine nennenswerten Mengen an Erdöl gefördert werden. Als nächster Projektschritt folgt die Messung der 3D-Seismik. Projektleiter Ernst Burgschwaiger: „Eine mögliche Erklärung für das Ergebnis des Fördertests ist, dass die Lagerstätte an der erbohrten Stelle bereits ausgefördert wurde. Das heißt, dass hier einmal Erdöl vorhanden war, nun aber lediglich ein im Ampfinger Sandstein haftender Anteil zu finden ist. 

Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse auch, dass der Ampfinger Sandstein an der Bohrstelle eine gute Lagerstättenqualität besitzt, was sich positiv auf den Projektverlauf auswirkt. Die Auswertung der durch den Fördertest gewonnenen Informationen und Daten dauert noch an. 

Besonderheit des Ampfing-Projekts 

Aufgrund der bereits bestehenden Erkenntnisse der historischen Erdölförderung in Ampfing (von 1954 bis 1997) hatte die RDG einen abgeänderten Projektablauf gewählt: Die Erkun-dungsbohrung wurde vor der 3D-Seismik durchgeführt. Eines der Ziele dieser Bohrung, die Menge (Sättigung) an Erdöl an einer Stelle zu testen, welche eine langfristige Förderung erlaubt, wurde dabei nicht erreicht. 

Dennoch überwiegen die Vorteile für den weiteren Projektverlauf. Mit den gewonnenen Daten und Informationen (Bohrkerne, Bohrlochmessungen, Zuflussmessungen) kann jetzt das Lagerstättenmodell verbessert werden. Die geologische Auswertung der Bohrkerne hat gezeigt, dass der Ampfinger Sandstein – entgegen der ursprünglichen Modellannahme – durchaus über größere Bereiche eine gute Lagerstättenqualität und Beweglichkeit für Erdöl haben kann. Deshalb wird das Lagerstättenmodell in den kommenden Wochen und Monaten mit allen Ergebnissen der Erkundungsbohrung und der Probeförderung aktualisiert.

Nächster Projektschritt wie geplant: 3D-Seismik 

Die geplanten seismischen Untersuchungen sind der nächste Schritt des Projekts. Ernst Burgschwaiger: „Wir bekommen durch die 3D-Seismik ein genaues Bild des Untergrunds, um darauf aufbauend noch besser einschätzen zu können, an welcher Stelle der Lagerstätte das Erdöl genau liegt. Denkbar wäre dann beispielsweise eine sogenannte Ablenkungsbohrung von der bestehenden Bohrstelle aus, um damit auf den erdölführenden Bereich im Sandstein zu treffen.“ 

Neben der Aufsuchung von Erdöl bringt die 3D-Seismik auch Informationen, in welchem Umfang und an welchen Orten die Gewinnung geothermaler Energie möglich ist. Die dezentrale Versorgung mit Geothermie ist für viele Gemeinden ökonomisch wie ökologisch interessant. Auch bei der Umsetzung von Geothermieprojekten bietet sich die RDG als zuverlässiger Partner der Gemeinden an und strebt entsprechende Kooperationen an. 

Die Seismik wird ab Januar 2017 durchgeführt, die Auswertung der Ergebnisse dauert bis zu einem Jahr. In den vergangenen Monaten wurden bereits alle Städte und Gemeinden im Seismik-Gebiet ausführlich über den Ablauf informiert. Weitere öffentliche Informationsveranstaltungen folgen bis Jahresende. Die derzeit auf dem Gelände aufgebauten Anlagen werden nun abgebaut und abtransportiert. Der Bohrplatz bleibt versiegelt und gesichert.

Erdöl ist ein wichtiger Grundstoff 

Erdöl ist ein Grundstoff für viele Produkte im Alltag und für industrielle Innovationen. Ohne Erdöl gäbe es keine Kleidung, kein Mobiltelefon und keine Windräder. Dank neuer Vorgehensweisen wie dem von der RAG entwickelten REEM-Prinzip ist es heute möglich, Vorkommen zu erschließen, bei denen sich die Förderung früher nicht mehr gelohnt hat

Dies ist auch in Ampfing der Fall. Dort geht die RDG von einer geschätzten Fördermenge von 560.000t aus – dies entspricht in etwa der bereits in den Jahren 1954 bis 1997 in Ampfing geförderten Erdölmenge. Der heimische Anteil des für die industrielle Produktion benötigten Erdöls in Bayern könnte damit von 1,3% auf 2,7% mehr als verdoppelt werden. Weitere Informationen gibt es jederzeit auch unter www.energie-aus-ampfing.de.

Pressemitteilung der RDG GmbH

Rubriklistenbild: © Picture Alliance

Zurück zur Übersicht: Ampfing

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser