Krankenhaus-Fusion als einziger Ausweg

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Geht es im Krankenhaus aufwärts oder abwärts? Darüber so die Meinung der Klinikleitung, entscheidet die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Altötting.

Altötting/Mühldorf am Inn - Die Kreisklinik hat das bisherige Vorgehen für eine engere Zusammenarbeit mit den Kreiskrankenhäusern Altötting verteidigt.

Vor dem Kreistag sagte Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Georg Huber: „Ich kann Ihnen sagen, dass es noch überhaupt keine Festlegungen gibt.“ Die Klinikleitung reagierte damit auf Diskussionen über den Stand von Fusionsverhandlungen zwischen den Krankenhäusern der Landkreis Mühldorf und Altötting. Durch eine Aussage des Altöttinger Geschäftsführers während einer Personalversammlung waren die Gespräche bekannt geworden. Die Gremien hüben wie drüben waren aber über laufenden Gespräche nicht informiert. Deshalb kritisierten Kreistagsmitglieder das Vorgehen und die Informationspolitik der Klinikleitung und des Landrats. Ulrich Geltinger (SPD) warnte davor, dass bei einer Fusion Vermögenswerte des Landkreises verloren gehen könnten. Die Kreiskliniken werden zwar eine eigenständige GmbH geführt, sind aber im alleinigen Besitz des Landkreises.

Über solche Fragen, das war der Tenor der Aussagen der Klinikleitung, werde noch nicht verhandelt, so weit seien die Gespräche nicht gediehen. Sie entstanden nach Angaben von Geschäftsführer Heiner Kelbel in persönlichen Gesprächen zwischen ihm und seinem Altöttinger Kollegen seit 2011. Schon davor habe es immer wieder Gespräche über eine Zusammenarbeit gegeben, die aber eingeschlafen seien. „Es gibt viele Punkte, aber noch keine Übereinkunft“, sagte Kelbel.

Landrat Huber sagte, mit den jetzigen Verhandlungen wolle man der Erlössituation in den einzelnen Häusern und den Strukturveränderungen auf dem Krankenhaussektor Rechnung tragen. Er versprach: „Die Grundversorgung in allen Häusern bleibt erhalten, das Personal wird nicht schlechter gestellt.“ Laut Kelbel ist mit sinkenen Zuschüssen für Investitionen zu rechnen, außerdem würden Krankenkassen spezielle Verträge mit einzelnen Häusern schließen, in die dann die Patienten überwiesen würden. Häuser ohne solche Verträge gingen dann leer aus. Über solche Fragen ließe sich im Verbund besser verhandeln, sagte Kelbel.

Auch die laufenden Kosten seien ein Grund für den Zusammenschluss. Nach seinen Angaben steht heuer einer Tarifsteigerung von drei Prozent lediglich die Anerkennung von Mehrleistungen von 1,4 Prozent durch die Krankenkasse gegenüber. „Wenn wir keinen Weg finden, dann wird es beide Häuser nicht mehr lange geben“, ist Kelbels deutliches Fazit. „Wir haben im Abstand von zehn Kilometern zwei Häuser mit zum Teil gleichen Angeboten.“

Mehr Miteinander forderte auch Ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Richter: "In der Zukunft wird das Gegeneinander der Häuser in den Graben führen. Wir halten eine Fusion für die einzige Lösung." Er wies auf Zusammenschlüsse in der Region oder die Übernahme von Krankenhäusern durch private Träger hin: "Diese Marktsituation macht das Überleben von Krankenhäusern in unserer Größe schwierig."

In dieser Woche ist der Zusammenschluss auch Thema im Landkreis Altötting. Landrat Erwin Schneider hat den Verwaltungsrat der Altöttinger Kliniken am Freitag informiert, gestern folgte in nichtöffentlicher Sitzung der Kreistag.

Zu den Kreiskliniken Altötting gehören Krankenhäusern Altötting und Burghausen, zu Mühldorf die Häuser in der Kreisstadt und in Haag.

ho/Mühldorfer Anzeiger

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