Afghanistan-Einsatz in der Kritik

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Bei der KSK-Kreisversammlung stellte Kreisvorsitzender Franz Maier heraus, dass die Waffen schweigen müssten. Foto wag

Mettenheim (MA) - "Wir sind stolz darauf, dass uns zum Abschluss unseres Jubiläumsjahres 100 Jahre KSK Mettenheim die Ausrichtung der diesjährigen Kreisversammlung der Krieger- und Soldatenkameradschaften übertragen wurde".

Mit diesen Worten eröffnete der Erste Vorsitzende der KSK Mettenheim, Hans Schneider, die Versammlung des Kreisverbandes im Gasthaus Kreuzer Wirt. Nach einer kurzen Vorstellung der Geschichte seines Vereins, übergab er das Wort an den Kreisgeschäftsführer Erich Hargasser.

Dieser bat, nach der Verlesung der Tagesordnung, die anwesenden Ehrengäste Bürgermeister Stefan Schalk, Landrat Georg Huber und Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer um ihre Grußworte.

Während Schalk an die Anwesenden appellierte, die Erinnerung wach zu halten, widmete sich Huber der aktuellen Darstellung der Politik. "Endlich wird in Verbindung mit Afghanistan, entgegen früherer Aussagen, von Krieg beziehungsweise kriegerischen Auseinandersetzungen gesprochen" so der Landrat. Huber weiter: "Es ist enorm wichtig, dass die Bevölkerung zu unserer Bundeswehr steht"

Stephan Mayer schloss sich in seinen Ausführungen dem Vorredner an und betonte erneut, dass die Wahrung der inneren Sicherheit bereits bei diesen Auslandseinsätzen, welche unbestritten für die Soldaten sehr gefährlich seien, beginne. Seit 2001 hätten in Deutschland bereits sieben Attentate, welche von diesen Einsatzländern ausgehen, verhindert werden können.

In Bezug auf die neue Wunschkoalition mit der FDP räumte der Bundestagsabgeordnete ein, dass die Wehrpflicht hier mit zwei absolut unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet würde. Während die CDU/CSU als einzige Partei im Parlament daran festhalte, wäre es der FDP am liebsten, sie ganz abzuschaffen.

Kreisvorsitzender Franz Maier bedankte sich bei den Politikern für ihr großes Interesse an der Arbeit der KSK, welches sich in der Teilnahme an Veranstaltungen wie der heutigen wiederspiegle. Zu den Aufgaben der Krieger- und Soldatenkameradschaften zähle für ihn vor allem eines: " Wir müssen uns immer wieder auf den Auftrag unserer Väter besinnen. Die Waffen müssen schweigen, unsere Arbeit soll dem Frieden dienen". Junge Menschen, die Gott sei Dank all die Gereuel nicht miterleben mussten, sollten dennoch an die Thematik speziell im Rahmen der Kriegsgräberfürsorge, herangeführt werden. Kassier Josef Gebler verzeichnete für das abgelaufene Jahr aufgrund der gestiegenen Aufwendungen, ein Minus von 1066 Euro, gab aber bezüglich der finanziellen Ausstattung des Vereins Entwarnung. Mit einem Kassenstand von 7496 Euro brauche sich niemand Sorgen um die Liquidität zu machen. Besorgt zeigte er sich jedoch in Bezug auf die Mitgliederentwicklung. Allein seit seinem Amtsantritt im Jahr 2003 sei beim aktuellen Stand von 5982 ein Rückgang von über 200 Personen zu verzeichnen.

Nach den folgenden Berichten zu den Themen Reservistenarbeit, Versicherung und Terminvorschau, kam es beim Tagesordnungspunkt "Anträge und freie Aussprache" zu einem emotional geprägten Appell von Franz Bauer aus Schwindegg an den Bundestagsabgeordneten und die Politik: " Wir sammeln für unsere Kriegsgräber und sie werben für den Einsatz in Afghanistan!" "es scheint mir, so Bauer weiter, als hätten wir aus der Vergangenheit nichts gelernt. Unsere Soldaten sind für die Verteidigung unseres Landes und nicht für irgendwelche Einsätze in fremden Ländern zuständig, die das Aggressionspotenzial gegen Deutschland steigern." Mayer äußerte Verständnis für diese Einstellung und verwies, dass ja auch er vom Rückzug unserer Soldaten aus diesen Krisen- und Kriegsgebieten spreche. Allerdings nicht Hals über Kopf, sondern in geordneter und geplanter Form.

"Auch mir fällt es nicht leicht, wenn deutsche Soldatinnen und Soldaten in diese gefährlichen Gebiete entsendet werden müssen", beschloss der Abgeordnete seine Ausführung. Nach der Behandlung weiterer Diskussionsbeiträge zum Thema Wehrpflicht, bei denen es sich hauptsächlich um die unzureichende Zeit zur Ausbildung bei einer Wehrpflicht von sechs Monaten handelte, beschloss Kreisvorsitzender Franz Maier die diesjährige Versammlung. wag

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