9000 Essenspakete ausgegeben

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Brot für Bedürftige: Lebenshilfe-Vorsitzende Sylvia Steinweber-Merkl und Tafel-Mitarbeiterin Manuela Röser.

Mühldorf - Seit rund einem Jahr gibt die Tafel Mühldorf einmal wöchentlich Lebensmittel aus. Über 400 Bedürftige aus dem Landkreis nahmen seitdem die Hilfe in Anspruch. Insgesamt wurden knapp 9000 Essenspakete ausgegeben.

Die Vorsitzende des Vereins "Besser leben", der die Tafel in Mühldorf betreibt, zieht eine positive Bilanz der Arbeit. 407 Bedürftige haben sich laut Sylvia Steinweber-Merkl inzwischen registrieren lassen, rund 100 holen sich im Durchschnitt Woche für Woche ihre Lebensmittelpakete ab - für einen Unkostenbeitrag von einem Euro. "Und manchmal haben die Bedürftigen nicht einmal den im Geldbeutel", berichtet Steinweber-Merkl, die mit zwölf ehrenamtlichen Helfern vor Ort ist.

"Die eine oder andere helfende Hand könnten wir schon noch gebrauchen. Vor allem Frauen und Männer, die zupacken können und einen Führerschein haben." Zwei Neuzugänge verzeichnete die Tafel erst in der vergangenen Woche: Ein Vermittlungserfolg der Freiwilligenagentur "Ehrensache" im Landkreis.

Finanziell ist die Tafel Mühldorf nicht auf Rosen gebettet. Monatlich fallen Kosten in Höhe von rund 1000 Euro an: Der Großteil sind Miet- und Nebenkosten. "Rund ein Viertel können wir aus regelmäßigen Sponsorengeldern tragen", erklärt Steinweber-Merkl. Der Rest setzt sich aus Einnahmen und Einzelspenden zusammen. "Deshalb ist nach wie vor jeder Euro herzlich willkommen."

Die Arbeitsabläufe haben sich eingespielt, die Koordination läuft. Dennoch mussten auch die Mitarbeiter der Tafel Erfahrungen sammeln und bisweilen Lehrgeld zahlen. So wird die Kleiderkammer nicht mehr über die Tafel, sondern über den Verein "Besser leben" betrieben. "Wir mussten feststellen, dass es hier unumgänglich ist, für die Schuhe und Kleider ein paar Cent zu verlangen", sagt Steinweber-Merkl. "Wir hatten den Verdacht, dass sich mancher mehrfach bedient hat, um die Sachen dann auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Das ist aber nicht Sinn der Sache." Da sich die Tafel aber zur kostenlosen Arbeit verpflichtet hat, wurde umstrukturiert. "Nun läuft es deutlich besser. Und die Leute wissen dieses Angebot mehr zu schätzen."

Auch im Bereich der Lebensmittel würden die Mitarbeiter an der Ausgabe heute konsequenter zu Werke gehen als noch zu Beginn, berichtet Steinweber-Merkl. "Manche Bedürftige waren einfach zu forsch und fordernd. Aber das hat sich inzwischen gelegt." Nach wie vor seien Grundnahrungsmittel gesucht, auch Fleisch- und Wurstwaren gibt es äußerst selten. Für viele Besucher bedeute der Gang zur Tafel nach wie vor eine große Überwindung. "Wir haben zum Beispiel ein paar Jugendliche hier, die regelmäßig kommen, weil sie von zu Hause ausgezogen sind. Da spürt man richtig, wie sehr sie sich schämen."

Besonders erfreulich sei, dass noch an keinem der 56 Ausgabetage die Waren ausgegangen sind: "Wir mussten noch nie jemanden ohne Lebensmittel wieder heimschicken."

Die Tafel hat jeweils donnerstags ab 14 Uhr in den Räumen in der Münchner Straße 23 geöffnet (Registrierung ab 13 Uhr). Von 9 bis 11.30 Uhr können saubere und ordentliche Sachen für die Kleiderkammer abgegeben werden.

ha/Mühldorfer Anzeier

www.tafel-muehldorf.de

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