20,8 Millionen Euro für neue Operationssäle

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Die neuen Operationssäle entstehen zum Teil auf dem Gelände des Hubschrauberlandeplatzes zwischen dem Ärztehaus und der Notaufnahme. Er muss genauso verlegt werden wie die Zufahrt zur Notaufnahme.

Mühldorf - Mit einer Investition von 20,8 Millionen Euro wollen die Kreiskliniken das derzeit größte Problem in der Patientenversorgung beseitigen: die Operationssäle und die Intensivstation.

Um den Zugang zum Krankenhaus zu erleichtern, bauen die Kliniken einen neuen Eingang auf der Parkseite. Damit kommen Besucher von den neuen Parkplätzen hinter der Feuerwehr leichter ins Haus. Der derzeitige Eingang bleibt bestehen.

Die Diagnose für die acht Operationssäle und die Intensivstation ist eindeutig: Die vor mehr als 20 Jahren geplanten Räume verlangen für eine moderne Nutzung einen sehr hohen Organisationsaufwand und sind durch zahlreiche zusätzliche medizinische Geräte zu eng geworden. Damit ist ein wirtschaftlicher Betrieb nur schwer möglich, betont Kliniken-Geschäftsführer Heiner Kelbel bei der Vorstellung der Pläne. Allein durch die Einführung eines OP-Managements unter Leitung eines Oberarztes, der nur für die Belegung der Operationssäle zuständig ist, sei derzeit ein vernünftige Nutzung möglich. "Wir müssen investieren, um die Arbeit effizienter zu erledigen", sagt Kelbel.

Ähnliches gilt für die Intensivbetten, die durch die Entwicklung des Krankenhauses auf mehrere Standorte verteilt sind und deshalb einen hohen Personalaufwand und damit Kosten erfordern. Die neue Intensivstation soll künftig in unmittelbarer Nachbarschaft des OP-Zentrums gebaut werden.

Die durch den Umzug der Intensivstation frei werdenden Räume werden allerdings nicht für neue Betten genutzt. Dort sollen aber Isolierbetten untergebracht werden, die derzeit in normalen Zimmern auf den Stationen stehen (siehe Kasten: Keime). Die Zahl der Betten hat sich mit Genehmigung des Sozialministeriums leicht von 262 auf 275 erhöht und soll laut Kelbel gleich bleiben.

Die Enge am Standort stellt die Kliniken-GmbH allerdings vor einige Herausforderungen. Um während der Umbauarbeiten einen ungestörten Betrieb gewährleisten zu können, müssen die Arbeiten genau geplant und in zwei Abschnitte aufgeteilt werden, erläuterte Kelbel.

Auch wenn die medizinische Versorgung gut ist: Die derzeitigen Operationssäle entsprechen nicht mehr den Anforderungen moderner Arbeitsabläufe. Sie sind zu klein und zu verwinkelt angelegt. Das soll sich in den nächsten vier Jahren ändern.

Um acht moderne OPs errichten zu können, müssen der Hubschrauberlandeplatz vor der derzeitigen Notaufnahme und die Zufahrt verlegt und neu gestaltet werden. Denn in diesem Bereich werden die Operationssäle und die Logistik wie die Sterilisationsräume einen neuen Platz finden. Wo der Hubschrauber künftig landen soll, steht laut Kelbel noch nicht genau fest. Auch der Aufwachraum soll mehr Betten erhalten und geräumiger werden. Der Freistaat hat bereits seine Unterstützung der Baumaßnahme in Aussicht gestellt und 16 Millionen Euro Fördergeld zugesagt. Die fließen allerdings erst 2014. Bis dahin, betont Aufsichtsratsvorsitzender Georg Huber, bis dahin sollen die neuen OPs wenn möglich schon fast fertig sein. Das gelingt aber nur, wenn die Kliniken GmbH die Finanzierung vorstreckt und Zinsen und gegebenenfalls Tilgung zahlt. Dann könnten die neuen Operationssäle und die Intensivstation 2015 zur Verfügung stehen.

Noch heuer sollen die Pläne durch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ergänzt werden, an deren Ende feststeht, ob sich die Vorfinanzierung lohnt, weil damit Einsparungen erreicht werden können. Der Landkreis beteiligt sich aus EU-rechtlichen Gründen nicht, wie Aufsichtsratsvorsitzender Huber betont. Über eine Gewährleistungsbürgschaft müsse der Kreistag entscheiden.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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