Kreistag solidarisiert sich mit Halsbach

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Halsbach/Altötting - Einstimmig haben die demokratischen Parteien im Kreistag eine Resolution gegen rechtsextreme Umtriebe in Halsbach verabschiedet:

Die Resoultion war schon vor der Aufdeckung der terroristischen Taten des sogenannten "Nationalsozialisten Untergrunds" vorbereitet und am Montag beschlossen worden. Der Grund für die Erklärung waren die lokalen Ereignisse der jüngster Zeit, welche die demokratischen Parteien im Kreistag Altötting zum gemeinsamen Handeln bewegt haben.

Hooligan-Band mit rechtsextremer Fangruppe

Am 5. November wollte die Band "Hungrige Wölfe Kategorie C", die der rechtsextremen Musikszene zugeordnet wird, in Halsbach auftreten. Der Veranstalter sagte das Konzert aus Protest gegen den Auflagenbescheid der Sicherheitsbehörde jedoch kurzfristig ab.

Auf Anfrage von Innsalzach24.de bestätigte Marcus Hansen, der Geschäftsleiter der Gemeinde Halsbach, dass es sich hierbei jedoch um "ganz normale Auflagen" gehandelt habe. Es sei von einem erhöhten Gefährdungspotential, angesicht eines angemeldeten Teilnehmerkreises von 250 Zuschauern dieser Szene, auszugehen gewesen. Schließlich stehe die Bezeichnung "Kategorie C", die auch im Bandnamen vorkommt, für die Polizeieinstufung von gewältigen Hooligans.

Der Spuk um rechtsextreme Umtriebe in der Gemeide sei bereits 2007 losgegangen, so Hansen. Anziehungspunkt wurde das Gasthaus Gruber, das sich nicht mehr im regulären Gastbetrieb befindet aber schon für mehrere einschlägige Konzertanmeldungen als Mietobjekt zur Verfügung stand. Die Eigentümer des Gasthauses haben auch für das Konzert am 5. November ihr Einverständnis gegeben. 

Rechtsextreme stürmten Altöttinger Kirta

Am 8. Oktober konnte der Halsbacher Bürgermeister Georg Pfaffinger ein Konzert in der Gemeinde verhindern, weil die Veranstaltung nicht angemeldet worden war. Nachdem die Band damals erneut für Salzburg ein Auftrittsverbot hinnehmen musste, wurde der Szene über SMS-Verteiler und Infotelefon Halsbach als neuer Veranstaltungsort mitgeteilt.

Wenig später stürmten 120 Fans der Band ein Bierzelt auf der Altöttinger Kirta. Der Zeltbetrieb musste daraufhin frühzeitig eingestellt werden.

Resolution des Kreistags im Wortlaut

Einstimmig beschloss nun der Kreistag Altötting, als Reaktion auf diese Ereignisse, diese Erklärung:

"Seit geraumer Zeit versuchen dem rechten Spektrum zuzuordnende Gruppierungen in Halsbach Fuß zu fassen. Der Kreistag des Landkreises Altötting betrachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. Die jüngsten Ereignisse sind aktueller Anlass dieser Resolution des Kreistages gegen Rechtsextremismus. Wir wollen damit deutlich machen: Der Landkreis lässt die Bürgerinnen und Bürger von Halsbach nicht allein!

Der Kreistag lehnt Extremismus in jedweder Form ab und verurteilt Hass, Gewalt gegen ethnische, soziale, kulturelle und andere Minderheiten, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus.

Der Landkreis Altötting steht für Freiheit, Toleranz, Solidarität und Demokratie. Wir setzen uns ein für ein friedliches, weltoffenes und unsere Grundwerte achtendes Zusammenleben der Menschen in unserem Landkreis auf der Grundlage unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Wir erklären gemeinsam, dass Aufmärsche, Kundgebungen und sonstige Veranstaltungen von Rechtsextremisten und deren Sympathisanten sowie anderen extremen Kräften in unserem Landkreis unerwünscht sind. Extremistisches Gedankengut ist nicht mit unserem demokratischen Verständnis vereinbar.

Zusammen mit unseren Bürgerinnen und Bürgern wollen wir dem Rechtsextremismus mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen und demokratischen Mitteln entgegentreten."

mg

Rubriklistenbild: © dpa

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