Fast neun Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen

Unerwarteter Geldsegen für Burgkirchen

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Burgkirchen - Die Gewerbesteuer spült 2013 fast neun Millionen Euro in die Gemeindekasse. Warum Bürgermeister Krichenbauer dennoch am Sparkurs festhält:

"Die guten Zeiten kommen nicht wieder", hat Burgkirchens Erster Bürgermeister Johann Krichenbauer noch im August gegenüber innsalzach24 mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen verkündet. Und auch heute scheinen frühere Spitzenwerte von 14 Millionen Euro unerreichbar. Mit knapp 9 Millionen Euro sind die Einnahmen allerdings satte 3 Millionen Euro höher als erwartet.

"Das Geld wollen wir auf die hohe Kante legen"

Burgkirchens Erster Bürgermeister Johann Krichenbauer.

"Wir haben glücklicherweise ein Ausnahmejahr, das ist nicht planbar", erläutert Krichenbauer im Gespräch mit innsalzach24. Man freue sich, wisse andererseits aber nicht, wie es weitergeht. "Stabilisiert es sich tatsächlich? Das ist die große Frage", so der Bürgermeister. 2012 lagen die Gewerbesteuereinnahmen noch bei 6 Millionen Euro und auch für den Haushalt 2014 wurde mit 6,55 Millionen Euro ein vergleichsweise vorsichtiger Wert angesetzt. Mit den Mehreinnahmen 2013 sollen nun Rücklagen gebildet werden. "Das Geld wollen wir erst einmal auf die hohe Kante legen", sagt Krichenbauer. Der Sparkurs, im Zuge dessen sich die Gemeinde beispielsweise aus der Trägerschaft der Volkshochschule zurückgezogen hat, wird also fortgesetzt. "Wir wollen weiterhin sparsam sein, um Schwankungen abfedern zu können." Schwankungen, die die Gemeinde völlig unvermittelt treffen können. 2009 etwa waren die Gewerbesteuereinnahmen im Zuge der Finanzkrise von 10 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 1 Million Euro zusammengeschrumpft.

2014 stehe große Investitionen an

Sollten sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer tatsächlich auf einem höheren Wert stabilisieren, könne man die Schuldenaufnahme zurückführen. "Wir dürfen nicht übermütig werden, weil in Zukunft Investitionen anstehen", führt Krichenbauer aus. Für den Bürgermeister gilt schlicht das Motto "Schuster, bleib bei deinen Leisten", wie er es selbst formuliert.

Alleine 2014 stehen der Gemeinde eine Reihe größerer Investitionen ins Haus. Abriss und Neubau des Leichenhauses und der Aussegnungshalle schlagen mit rund 700.000 Euro zu Buche, die Schule und das Dach der Schulturnhalle in Holzen müssen saniert werden (beides je gut 600.000 Euro) und die Feuerwehr benötigt neue Fahrzeuge (700.000 Euro). Investitionen in die Grundschule Gendorf (Brandschutzmaßnahmen und eine Dachsanierung in Teilbereichen) kosten ebenfalls einen sechsstelligen Betrag.

Gemeinde will mittelständische Betriebe ansiedeln

Außerdem betont Krichenbauer, dass die Gewerbesteuereinnahmen nur zu einem Teil tatsächlich in der Gemeindekasse landen. 60 Prozent fließen in die Kreis- und die Gewerbesteuerumlage. Die Gewerbesteuer ist für den Bürgermeister ohnehin ein zweischneidiges Schwert. Einen beachtlichen Teil der Einnahmen steuern nämlich die in Gendorf vertretenen Industrieunternehmen bei. Diese seien international tätig und könnten Gewinne hin und her schieben, erklärt Krichenbauer. Bei den Gewerbesteuereinnahmen gelte deshalb "das Prinzip Hoffnung".

Mittelfristig soll Burgkirchen deshalb ein zweites starkes finanzielles Standbein erhalten. "Wir werden von der chemischen Industrie abhängig bleiben wegen ihrer Größenordnung. Wir werden aber versuchen, mittelständische Betriebe anzusiedeln", so Krichenbauer. Diese seien nicht weltweit tätig - können also keine Gewinne ins Ausland verschieben - und auch die Ausschläge seien deutlich geringer.

Rubriklistenbild: © dpa/bla

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