"Ein Vorzeigeprojekt in jeder Hinsicht"

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Haiming - Mit Siebenmeilenstiefeln schreitet das Fernwärme-Projekt in der Gemeinde voran. Die Gründung einer Energiegenossenschaft soll nämlich noch in diesem Jahr erfolgen.

"Wir hätten ein Vorzeigeprojekt in jeder Hinsicht", schwärmt Haimings Zweiter Bürgermeister Josef Pittner über das geplante Fernwärmeprojekt. Wasser aus dem Unterlauf des Alzkanals soll künftig Haushalte in der Gemeinde mit Wärme versorgen - und das, obwohl das Wasser je nach Jahreszeit nur 5 bis 20 Grad warm ist. Die Wärmepumpen hätten aber einen so guten Wirkungsgrad, dass sich die Wärmeenergie für die Beheizung der Haushalte nutzen ließe. "Was wir da brauchen, ist nur ein Prozent der Wärmemenge, die da vorbeifließt", erläutert Pittner, einer von mehreren Akteuren, die die Projektplanungen ehrenamtlich begleitet und vorangetrieben haben.

Projekt "auf eine andere Ebene bringen"

Damit die Planungen in die Realität umgesetzt werden können, bedarf es nun aber eines Projektträgers. Weil die Gemeinde nicht zur Verfügung steht, soll eine Bürger-Energiegenossenschaft gegründet werden. Mit ihr steht und fällt das Projekt, denn sowohl die Umsetzung als auch der Betrieb des Fernwärmenetzes soll von der Genossenschaft geschultert werden. Pittner spricht von einer "ganz entscheidenden Phase". In einer Umfrage soll nun ermittelt werden, wie viele Haushalte sich konkret für einen Anschluss an das Fernwärmenetz interessieren. Bei einer Erhebung im Jahr 2012 waren es immerhin 300 Haushalte.

Inbetriebnahme schon Anfang 2015?

Der nächste Schritt ist die Gründung der Energiegenossenschaft. Der "anspruchsvolle Plan" wäre, wie Pittner erklärt, die Gründung noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen. Wer sein Haus an das Fernwärmenetz anschließen lässt,  wäre zugleich Mitglied der Genossenschaft. Die Anschlusskosten belaufen sich auf 4000 Euro, hinzu kommt ein noch zu bestimmender einmaliger Mitgliedsbeitrag - sowie die Kosten für die erhaltene Energie. Der Preis eines Kilowatts liegt derzeit bei 70 Cent.

Der zweite Bürgermeister hofft auf einen zügigen Fortgang des Projekts. Man müsse "den Schwung ausnutzen, um weiterzukommen". Nachdem das Projekt bislang von ehrenamtlichem Engagement getragen wurde, müsse man es nun "auf eine andere Ebene bringen". So bekäme die Energiegenossenschaft zum Beispiel einen kaufmännischen und einen technischen Leiter. Sollte die Gründung der Genossenschaft noch 2013 gelingen, könnte der Winter für Detailplanungen genutzt und die Bauarbeiten im Frühling begonnen werden. Eine Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes wäre dann sogar schon Anfang 2015 realistisch.

Trotz allem jedoch gilt es, nicht nur die Bürger, sondern auch die Gemeinde zu überzeugen. "Die Gemeinde muss auch ihren Beitrag liefern", sagt Pittner. Zahlreiche Gebäude im Eigentum der Gemeinde, wie etwa die Schule oder die Turnhalle, könnten schließlich ebenfalls an das Fernwärmenetz angeschlossen werden - und damit einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Genossenschaft leisten.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Region Burghausen

Alexander Belyamna

Alexander Belyamna

Google+

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser