"Nicht das nächste Hochwasser abwarten"

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Eine Sanierung der Salzach dient nicht zuletzt dem Hochwasserschutz - für Bayern wie Österreich ein gewichtiges Argument. (Hier ein Bild von Golling in Österreich 2002, nachdem die Salzach über die Ufer getreten ist.)
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Burghausen - Für welches Konzept zur Sanierung der Salzach entscheiden sich Bayern und Österreich? Die Stadt hofft auf eine baldige Einigung.

Für welches Konzept zur Sanierung der Salzach entscheidet sich der Freistaat? Die Stadt Burghausen hat - auch vor dem Hintergrund des jüngsten Hochwassers - eine klaren Favoriten. Am Mittwoch, 7. August, hat Dr. Martin Donat, Umweltanwalt des Landes Oberösterreich, dieses Konzept vorgestellt.

Sohle anheben, Flussbett aufweiten

Wichtige Maßnahmen des Konzepts sind eine Anhebung der Sohle um gut einen Meter und eine Aufweitung der Salzach auf bis zu 180 Meter. Wie der Burghauser Umweltreferent Gunter Strebel gegenüber innsalzach24 erklärte, ist eine Sohlestabilisierung in keinem der alternativen Konzepte vorgesehen. Dabei ist ein Sohledurchbruch wohl nur noch eine Frage der Zeit. "Je länger wir warten, desto problematischer wird das", so Strebel.

Gerade unter dem Aspekt des Hochwasserschutzes sprechen für Burghausen weitere Punkte für das Konzept von Dr. Donat. Anders als im Alternativkonzept sind dort nämlich keine Rampen vorgesehen. "Wenn man die Rampen wählt, verliert man Retentionsräume", erläuterte Strebel. Grund dafür sei die massive Verbauung, die mit den Rampen einhergehe.

Weil in Burghausen der technische Hochwasserschutz ausgeschöpft ist, sind Retentionsräume aber umso wichtiger. Sowohl im Freilassinger als auch im Tittmoninger Becken sieht Dr. Martin Donat die Möglichkeit, die Hochwasserretention zu optimieren.

"Stromerzeugung in der Salzach marginal"

Für das Alternativkonzept spricht, dass dort eine Verstromung der Salzach vorgesehen ist, also die Stromerzeugung mit im Fluss installierten Turbinen. Für Gunter Strebel ist die gewonnene Energie aber "marginal" - gerade mit Blick auf die 370 Windräder, die jüngsten Erkenntnissen zufolge theoretisch in Südostoberbayern möglich sind.

Strebel rechnet erst nach den Wahlen im September mit einer Entscheidung. Diese wird der Freistaat in enger Absprache mit Österreich treffen, schließlich fließt die Salzach auch durch das Nachbarland. Die Sanierungskosten wird man sich ebenfalls teilen. Der Burghauser Umweltreferent drängt auf eine rasche Entscheidung: "Man darf nicht bis zum nächsten Hochwasser warten."

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