"Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?"

Sicherheitsdienst in Lindach: Aktuell kein Bedarf?

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Archiv: Die Gemeinschaftsunterkunft in Burghausen/Lindach

Burghausen - "Selbst, wenn der Sicherheitsdienst nur 50 Cent kosten würde geht es nicht", heißt es von der Regierung von Oberbayern auf Anfrage von innsalzach24.de zur Gemeinschaftsunterkunft in Lindach.

Es sei ruhiger geworden in der Gemeinschaftsunterkunft in Lindach, so Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl im Telefoninterview mit innsalzach24.de am Dienstagmorgen. Die Diskussion um den Sicherheitsdienst an den Wochenenden ist aber noch nicht vom Tisch

Bilder vom Brandalarm in der Gemeinschaftsunterkunft Burghausen/Lindach:

Großeinsatz der Rettungskräfte in Gewerbepark Lindach

Steindl bleibt dabei, dass die Regierung von Oberbayern dafür aufkommen muss. Die wiederum lehnt das grundsätzlich ab.

Wohnsitznahme

Auf Nachfrage von innsalzach24.de heißt es: „Dies ist in Gemeinschaftsunterkünften – anders als etwa in Aufnahmeeinrichtungen mit großen Bewohnerzahlen und hoher Fluktuation – generell nicht üblich, zumal die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft der privaten Wohnsitznahme vorgelagert ist, d.h. grundsätzlich auf diese vorbereiten soll“. 

Die Gemeinschaftsunterkunft in Burghausen Lindach ist also eine Anschlussunterkunft. Das heißt schon mal, dass sie kleiner ist. Sie soll auf „die private Wohnsitznahme“ vorbereiten, wie es heißt. Dazu gilt es, „die Spielregeln“ zu kennen. Die gelten für alle. Beispiel: Ist die Musik zu laut beim Nachbarn, kann man das privat klären: „Bitte mach leiser. Es ist schon nach 22 Uhr“. Funktioniert das nicht, kann man die Polizei rufen. Die klärt die Sache dann. Regelverstoß und Klärung - bei schlimmen Regelverstößen auch schon mal empfindliche Strafe. Diese Haltung vertritt die Regierung von Oberbayern. Soll heißen: Nach der privaten Wohnsitznahme gibt es auch keinen privaten Sicherheitsdienst. Weiteres Argument: die Kosten. „Selbst, wenn der Sicherheitsdienst nur 50 Cent kosten würde geht es nicht“, so eine Regierungssprecherin gegenüber innsalzach24.de. 

Verantwortung

Man sei sich bei der Regierung von Oberbayern der Verantwortung für die Menschen innerhalb der Einrichtung wie auch für das Erscheinungsbild der Unterkunft nach außen durchaus bewusst und weiter heißt es: „Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft kommen aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen und verfügen über unterschiedliche religiöse Anschauungen. Diese Vielschichtigkeit sowie das relativ enge Zusammenleben bieten leider auch Anlass zu Konflikten

Man habe verschiedene Maßnahmen veranlasst, „die dazu beitragen sollen, dass sich die Asylbewerber in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden und auch ein friedliches Miteinander mit den Bewohnern der an die Gemeinschaftsunterkunft angrenzenden Häuser möglich ist“. Genau da sieht Hans Steindl das Problem. Die Regierung von Oberbayern wolle zwar beispielsweise bei der Zimmervergabe Nationalitäten und Ethnien berücksichtigen. 

Vor Ort aber könne das selbst in einer verhältnismäßig kleinen Unterkunft wie der in Burghausen/Lindach Probleme bereiten und dann wird’s offenbar laut. Aus München heißt es dazu weiter: „Die Regierung von Oberbayern unterrichtet die Bewohner – in Zusammenarbeit mit unter anderem den örtlichen Polizeidienststellen und den Asylsozialberatungsstellen vor Ort - zudem durch regelmäßige Vorträge über das von Ihnen erwartete Verhalten innerhalb und außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft“. Darüber hinaus würden in regelmäßigen Abständen sogenannte Bewohner-Versammlungen abgehalten um gemeinsam Probleme innerhalb der Unterkunft zu klären.

Es seien zwei oder drei Quertreiber bei rund 150 Bewohnern der Gemeinschafts- bzw. Anschlussunterkunft aber es sei deutlich ruhiger geworden in Lindach, so Steindl. Der Sicherheitsdienst also offenbar aktuell nicht nötig. Man werde das von Stadtseiten her weiter beobachten. Für eine "zusätzliche Sicherheitsdienstleistung", wie das die Regierung von Oberbayern formuliert, werde Burghausen auch weiter nicht zu 100% selbst tragen.

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