OMV Burghausen: Das wird sich ändern

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Haiming - Das Treibstoffgeschäft ist nicht mehr das, was es einmal war. Die OMV Burghausen will daher an ihrem Portfolio arbeiten. Ethylen und Propylen sind die neuen Zauberworte. Das wird sich alles ändern:

"Was momentan am Markt passiert, hat nicht unwesentliche Dimensionen," so Thomas Gangl von der OMV Burghausen. Mit dem klassischen Heizöl- und Kraftstoffgeschäft kann kein großer Gewinn mehr erzielt werden, da der Rohölpreis sehr hoch ist und die Nachfrage zurückgeht. Kaffee bringt an der Tankstelle beispielsweise oft mehr ein als der Sprit - vor allem am Grenzgebiet zu Österreich. Die Sparte rund um den OMV Geschäftsbereich Raffinerie und Marketing (R&M) liefert daher künftig keine große Rendite "Das muss sich ändern, damit wir am Markt bestehen können," so Gangl. Also wird im Portfolio umgeschichtet. Derzeit macht R&M noch 50 Prozent vom OMV Gesamtportfolio aus. Bis zum Jahr 2021 sollen dem R&M-Bereich nur noch 25 Prozent zukommen. Dafür wird an anderer Seite aufgestockt, nämlich im Bereich Exploration und Produktion (E&P) und bei Gas und Power (G&P). Insgesamt bleibt es aber bei den bisherigen 100 Prozent Investments - nur diese 100 Prozent sollen anders verteilt sein und zu mehr Wachstum führen.

Großes Zukunftspotenzial sieht Gangl vor allem in der Petrochemie. Die Herstellung von Ethylen und Propylen ist vor allem am Standort Burghausen das Hauptgeschäft - das soll noch ausgebaut werden. Denn hier wird der Markt sich großartig entwickeln - genug Bedarf ist da, weiß Gangl. "Fast alles um uns herum besteht auf der Grundlage von Ethylen und Propylen. Dem kann sich keiner entziehen." Aus Rohbenzin werden eben keine Ottokraftstoffe mehr hergestellt -  sie werden stattdessen in E. und P. umgewandelt. Mit der Investition in eine Metatheseanlage im Jahr 2007 hat die OMV schon frühzeitig auf diesen Trend gesetzt. Die Ethylen-Pipeline-Süd, die in diesem Herbst in Betrieb gehen soll, soll die OMV in ihrer Ethylenproduktion in Zukunft nochmals flexibler machen.

Ein weiterer Schritt des OMV Konzerns in Richtung neuer Marktanforderungen ist die Veräußerung von Tankstellennetzen. Das soll aber nurvor allem Bosnien-Herzegowina und Kroatien betreffen. In Rumänien hat die OMV die Raffinerie Arpechim heruntergefahren. Seit Anfang 2012 wird der Verkauf des 45-prozentigen Anteils an der Bayernoil geprüft. Die Deutsche Bank evaluiert derzeit einen Marktpreis, dann starten die Verhandlungen mit den potentiellen Interessenten. "Wir müssen nicht verkaufen und tun das nur, wenn der Preis wirklich stimmt“, " so Gangl. Insgesamt erhofft sich OMV im Bereich R&M bis 2014 einen Erlös von rund einer Milliarde Euro.

Wichtig war den OMV-Vertretern: Der Standort Burghausen wird ohne Einschränkungen weitergeführt. Auch für die Mitarbeiter soll es keine Änderung geben - die 450 Festbeschäftigten und auch die ebenso vielen Freien rund um die Raffinerie müssen sich keine Sorge um ihren Arbeitsplatz machen.

redIs24/OMV

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