Verordnung gilt ab 1. März

Burghausen bekommt eine alkoholfreie Zone

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Burghausen - Bürgermeister Steindl will die "Auswüchse" des Alkoholkonsums bekämpfen. Der Stadtrat votierte fast einstimmig für ein Alkoholverbot im Stadtzentrum.

Die Stadt Burghausen greift durch. Um "Auswüchsen", wie Bürgermeister Hans Steindl formulierte, "den Boden zu entziehen", hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwochnachmittag eine Verordnung erlassen, die Alkohol auf dem Bürgerplatz, dem Stadtplatz, im Stadtpark, den Grüben, der Spitalgasse, dem Wilhelm-Hogner-Platz (ehemaliger Platz der Deutschen Einheit), dem Grundstück der ehemaligen Villa Galitzenstein und dem Waldpark Lindach verbietet. Das Gremium brachte die Verordnung mit nur einer Gegenstimme auf den Weg. Am 1. März tritt das Alkoholverbot in Kraft.

Weniger Respekt vor Ordnungskräften?

Lediglich der Jugendreferent der Stadt Roland Resch (SPD) war gegen die Verordnung. Er kritisierte, dass es zu wenig Rückzugsgebiete für die Jugendlichen gebe. "Ich kann die Probleme der Anlieger sehr gut verstehen", sagte Resch. Dennoch wünsche er sich eine andere Lösung als ein generelles Alkoholverbot. Ähnlich argumentierte Gunter Strebel, Fraktionssprecher der Grünen. Er sprach von einer "schwierigen Abwägung" und forderte ebenfalls Rückzugsräume.

Bürgermeister Hans Steindl argumentierte klar für das Verbot - und betonte zugleich, dass damit aber keineswegs kleine, spontane Feiern von Jugendlichen unterbunden werden sollen. "Es geht nicht um die Jugendlichen, es geht um einen Geisteszustand, der eventuell vernebelt ist durch Alkohol." Erst jüngst habe er ein Gespräch mit der Polizei gehabt. Die Einstellung gewisser Personenkreise zu einer staatlichen Ordnung und zu staatlichen Ordnungskräften verändere sich. "Wen unterstützt man da?", fragte Steindl. "Da bin ich immer noch auf der Seite der staatlichen Ordnungskräfte."

Stranzinger: "Nicht mit der Panzerfaust durchgehen"

Der Dritte Bürgermeister Norbert Stranzinger (CSU) betonte, dass Polizei und Ordnungsamt schlicht eine Handhabe bräuchten - etwa in Form eines Alkoholverbots. Für ein allzu strenges Vorgehen der Ordnungskräfte ist Stranzinger aber nicht. "Man sollte nicht mit der Panzerfaust durchgehen", so der Dritte Bürgermeister.

Dr. Klaus Blum (FDP) argumentierte hingegen, das Wichtigste sei, "Personal bereitzustellen, das auf die Gruppe zugeht - also Streetworker". Dass sich diese Streetworker tatsächlich auf stark alkoholisierte Menschen zugehen und sich mit ihnen austauschen könnten, bezweifelte Steindl allerdings. "Es gibt eine Alkoholschwelle, da tauschen Sie gar nichts mehr aus. Da werden Sie beschimpft, bedroht und beleidigt. Das schafft der Alkohol."

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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