"Das kann man ruhig öfter machen..."

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Burghausen - Mit einem Berufswahl-Camp möchte die Agentur für Arbeit Jugendliche an die Berufswelt heranführen. Das Fazit fiel positiv aus.

Orientieren – entscheiden – bewerben, das sind die Schritte auf dem Weg in die Ausbildung. Hierfür wurde die „Ich-bin-gut-Kampagne“ aufgelegt. Die Bundesagentur hat nun schon zum zweiten Mal deutschlandweit zehn Berufswahl-Camps für Jugendliche veranstaltet. Die Jugendlichen konnten sich bis Ende August bewerben und wurden dann aus allen Teilnehmern ausgelost. Über Facebook hat die „Ich-bin-gut-Kampagne“ immerhin fast 65.000 Follower. Die Wahl des Camp-Standorts für Bayern fiel in diesem Jahr auf Burghausen. Junge Menschen sollen in den Camps auf die Berufswahl vorbereitet werden. Dabei arbeiten in den „Ich-bin-gut-Camps“ Jugendliche und Berufsberater eng zusammen.

15 Jugendliche aus ganz Bayern haben ein intensives Wochenende in Burghausen verbracht, bei dem zwischen den ganzen ernsten Themen der Spaß nicht zu kurz kam. Aichach, Coburg, Roding oder Regensburg sind nur einige Orte, aus denen die 3 Jungen und 12 Mädchen in den ersten Schnee angereist kamen. Nach der Begrüßung durch die zwei Berufsberaterinnen Sylvia Kempf und Marika Werdan-Martius und die drei Teamer der Adventure-Agentur ging es gleich los mit Kennenlernspielen, Paar-Interviews, Teamfindung und Einstieg ins Wochenendprogramm. Am Samstag stand Orientierung und Entscheidung auf dem Tagesplan. Spielerisch nähern sich die Jugendlichen dem schwierigen Prozess der Berufsorientierung.

Ernst wird es beim Stärken-Schwächen- Ausloten. „Da muss man schon ehrlich zu sich selber sein“, sagt Anna aus Ebelsbach, „aber es ist auch eine Superchance, sich das ganze Wochenende mit sich selbst auseinanderzusetzen“. Berufsberaterin Sylvia Kempf „Das ist so eine tolle Gruppe, die wollen alle was wissen und was werden, das macht richtig Spaß, wenn junge Menschen so neugierig auf ihre Zukunft sind.“ Was ist zu beachten, bevor eine Entscheidung gefällt wird, welche Kriterien sind für mich wichtig, wer beantwortet meine Fragen und wie viel muss ich jetzt wirklich schon festlegen? Das sind grundsätzliche Ungewissheiten der Jugendlichen vor jeder Berufswahl. Hilfreich war hier eine Gruppenarbeit, bei der mit verschiedenen Hilfsmitteln eine gemeinsame Konstruktion geschaffen werden musste. Auf den Tischen standen zum Teil abenteuerliche Gebilde, manche filigran, andere robust, jedoch alle Produkte kreativer Entscheidungs- und Kooperationsprozesse. Wie sie zu der Entscheidung gelangt sind, wurde danach intensiv erörtert und so mancher entdeckte Eigenschaften in sich selber, die vorher noch nicht so klar waren; „Tanja aus Regensburg: „Ich bin einfach kein Teamplayer, das muss ich noch lernen“, gibt sie freimütig zu. Genau hierauf legte Robert Hasl, Personalleiter OMV Deutschland am Sonntagvormittag wert. Hasl übte Einstellungsgespräche, gab Tipps zu Kleidung, Manieren und gab auf jede Frage ausführlich Antwort. Der Ablauf eines Assessment-Centers wurde ebenso erklärt, wie der Sinn, der hinter diesem modernen Personalrekrutierungsinstrument steht. „Wir wollen Teamplayer, keine Einzelkämpfer“, begründet Hasl dieses Vorgehen, und appellierte eindringlich an die Jugendlichen, sich nicht zu verstellen und ehrlich zu sein. „Jeder hat seine Schwächen, nobody’s perfect, bleibt unbedingt ihr selbst, das ist ganz wichtig“, gab Hasl mit auf den Weg. Bevor die 15 optimistischen Jugendlichen am Sonntagnachmittag den Heimweg antraten, fiel das Resümee durchweg positiv aus: „Es war interessant, hilfreich und locker, die Gemeinschaft war toll“, kommentiert Peter aus Aichach, und Tanja schließt: „Das kann man ruhig öfter machen, am liebsten länger, vielleicht mal die ganzen Ferien“. Gute Idee.

Pressemitteilungen Agentur für Arbeit Traunstein

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