Bürgermeister bezieht im Stadtrat Stellung

Trinkwasser: Hofauer gibt Harrer Kontra

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"Die Stadt Altötting braucht den Anschluss nicht - weder aus wirtschaftlichen Gründen, noch aus irgendwelchen anderer Gründen." Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer hat dem Vorwurf des Töginger SPD-Vorsitzenden Marco Harrer entschieden widersprochen.
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Altötting/Töging - Profitiert die Stadt Altötting von einem Anschluss Tögings an die Altöttinger Gruppe? Bürgermeister Hofauer sagt nein - die Wassergebühr könnte dennoch sinken.

Die Debatte um die Zukunft des Trinkwassers treibt nicht nur die Töginger um. Die wahrscheinlichste Lösung, ein Anschluss Tögings an die Altöttinger Gruppe, betrifft freilich auch die zur Gruppe gehörenden Städte Alt- und Neuötting sowie die Gemeinde Winhöring. Marco Harrer, Vorsitzender der Töginger SPD, hatte der Stadt Altötting nun vorgeworfen, einem Anschluss Tögings an die Altöttinger Gruppe womöglich nur deshalb zuzustimmen, weil man Töging brauche. Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer hat diesen Vorwurf in der Altöttinger Stadtratssitzung am Mittwochnachmittag entschieden zurückgewiesen.

"Die Stadt Altötting braucht den Anschluss nicht"

"Die Stadt Altötting braucht den Anschluss nicht - weder aus wirtschaftlichen Gründen, noch aus irgendwelchen anderer Gründen", sagte Hofauer. Harrer hatte sich in der Dienstagsausgabe im Alt-Neuöttinger Anzeiger mit einem Leserbrief zu Wort gemeldet. Seine Kritik richtet sich zwar in erster Linie gegen Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, der den Anschluss der Wasserversorgung an Altötting mit seinem Ausführungen im Stadtrat laut Harrer habe schönreden wollen. Der SPD-Vorsitzende kritisiert aber auch Altötting: "Warum will uns Altötting auf einmal haben? Vielleicht, weil sie uns brauchen?!?", so Harrer in seinem Leserbrief.

Im Altöttinger Stadtrat erläuterte Hofauer nun, weshalb die Stadt Altötting Töging eben nicht "auf einmal" wolle. Tatsächlich hatte Altötting vor Jahren gegen einen Anschluss Tögings gestimmt - ein Fakt, den Hofauer auch nicht bestreitet. Vor ein paar Jahren habe er dann aber gelesen, dass Töging Probleme habe und überlege, eine Leitung in den Öttinger Forst zu verlegen, erläuterte der Bürgermeister. Damals ist die Idee entstanden, auf Töging zuzugehen - "in solidarischer Weise", wie Hofauer es formulierte.

Im weiteren Fortgang habe es Gespräche im Haus gegeben, alles sei geprüft worden. Am Ende standen Grundsatzbeschlüsse in Altötting, Neuötting und Winhöring. Was jetzt noch fehlt, ist ein entsprechender Beschluss Tögings. Wie Hofauer erklärte, habe er schon vor der Stadtratssitzung ein Telefonat mit Harrer gehabt. "Ich habe Herrn Harrer gesagt, dass ich diese Lösung für sehr sinnvoll halte - und dass die Stadt Altötting diese Lösung nicht braucht."

Sinkende Wassergebühren in Altötting möglich

Eine, wenn auch kleinen, finanziellen Effekt könnte der Anschluss Tögings nichtsdestotrotz haben. Der Anschluss könne zu einer "minimalen Verringerung der Wassergebühren" in Alt- und Neuötting führen, so Hofauer. In Töging sind dagegen steigende Wassergebühren zu erwarten, der Anschluss an die Altöttinger Gruppe verlangt der Stadt immerhin Investitionen von geschätzt gut drei Millionen Euro ab. Der Töginger Stadtrat Sepp Neuberger (Freie Wähler) hatte in der vergangenen Woche im Töginger Stadtrat sogar einen Erhöhung von 60 Cent pro Kubikmeter in den Raum gestellt. Für Bürgermeister Windhorst sind hohe Investitionen ins Trinkwasser unvermeidbar - egal, ob der Anschluss nach Altötting kommt. "So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben und wir müssen immer Geld in die Hand nehmen. Egal, was wir tun", hatte Windhorst vergangene Woche gesagt.

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