TechnoSan: Grüne sehen offene Fragen

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In der Kiesgrube Freudlsperger in Mühldorf darf nur schwach belastetes Material gelagert werden. Die Neuöttinger Firma "TechnoSan" hat dagegen verstoßen und vermutlich mit falschen Analysewerten stärker konatminiertes Erdreich abgelagert. Das Grundwasser ist nach übereinstimmender Auskunft von Freudlsperger und dem Landratsamt Mühldorf nicht gefährdet.

Neuötting - Im Zusammenhang mit der Schließung von TechnoSan werfen sich für die Landkreis-Grünen immer neue Fragen auf, die bisher unbeantwortet blieben:

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Wer hat im Juli Anzeige gegen die Firma TechnoSan erhoben und damit den Stein ins Rollen gebracht, der zur Schließung des Betriebs durch das Landratsamt am Mittwoch, 14. November, geführt hat? Woher stammt das mit krebserregenden Stoffen belastete Material der Firma TechnoSan in Neuötting? Was hätte damit bei der Firma TechnoSan passieren müssen? Welche Werte wurden nach der Behandlung des Materials von der Firma TechnoSan und der Fremdüberwachung jeweils gemessen?

Das Landratsamt ist einerseits Genehmigungsbehörde, andererseits aber auch Kontrollbehörde. Daher haben die Bürgerinnen und Bürger der Landkreise Altötting und Mühldorf ein Recht darauf, umfassender vom Landratsamt über den Vorfall informiert zu werden.

"Uns interessiert, durch wen und in welchen Zeitabständen bei der Firma TechnoSan Kontrollen über die sachgerechte Weiterverarbeitung vorgenommen wurden", betont Kreisrätin Monika Pfriender. Dass nun ausgerechnet der Vorsitzende des Umwelt- und Energieausschusses der IHK München und Oberbayern nun den Ruf der mittelständischen Unternehmen in der Abfallverwertungsbranche unter anderem durch Betrugsvorwürfe belaste, findet Pfriender problematisch.

Laut dem hauseigenen "Magazin Wirtschaft" (Ausgabe 11/2012/IHK) habe sich Alexander Czetsch noch im vergangenen Juli - zusammen mit Manfred Hoke, dem Umweltreferenten der IHK - bei einer Diskussion im Verband massiv gegen stärkere Kontrollen ausgesprochen und sich dabei besonders an der Absicht der Bayerischen Staatsregierung gestoßen, regelmäßige Kontrollen durch externe Fachkräfte durchführen zu lassen.

Nach Firmenangaben soll dieser Ausschuss "repräsentativ die oberbayerische Wirtschaft widerspiegeln" und setzt sich aus rund 50 Unternehmensvertretern aus verschiedenen Branchen zusammen. "200.000 Tonnen Böden und Abbruchmaterial aus Industrie und Gewerbebauten ordnungsgemäß pro Jahr zu verarbeiten, ist in dieser Größenordnung nicht nur eine sehr lukrative Aufgabe, sondern auch eine, die hohe Verantwortung erfordert. Wer dabei Kontrollen, die EU-Richtlinien längst vorschreiben und die auch hierzulande nun umgesetzt werden müssen, als lästige Störfaktoren abtut, lässt nichts Gutes befürchten", so Pfriender.

Pressemitteilung Kreisverband Bündnis90/Die Grünen

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