Winhöringer und Neuöttinger machten kuriosen Urlaub

Tour durch Tschernobyl: "Das Unfassbare ist die Kraft der Natur!"

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l. Dominik Steinlehner, r. Andreas Schönlinner

Neuötting/ Prypjat - Einen etwas anderen Urlaub wollten Andreas Schönlinner aus Winhöring und Dominik Steinlehner aus Neuötting erleben. Die beiden Freunde verbrachten ihren diesjährigen Augusturlaub im bekanntesten Ort der Ukraine, dem Sperrgebiet von Tschernobyl: 

Die Idee dazu hatte Andreas bereits Ende letzten Jahres. Recherchen im Internet folgten, was letztendlich bei dem 30-jährigen Winhöringer zu dem Entschluss führte "das muss ich live sehen". Das einzige Problem das Andreas hatte, jemanden zu finden, der sich für die Geschichte, den Ort und eine Reise ins Sperrgebiet interessiert. 

Sein Kumpel Dominik war ebenfalls schnell zu begeistern. Dominik ist gelernter Trockenbauer und interessiert sich mehr für die Technik. Für den 26-jährigen war der Sarkophag, den er sonst nur aus dem Fernsehen kannte, ein ausschlaggebendes Argument, warum er der Reise zusagte. Der Sarkophag, der im kommenden Jahr über den Unglücksreaktor geschoben werden soll, begeisterte Steinlehner, denn es ist das größte mobile Bauwerk

Strenge Sicherheitsauflagen

Doch bevor man überhaupt etwas zu Gesicht bekommt, müssen strenge Auflagen erfüllt werden. Eine hohe Sicherheitskontrolle bei der Einfahrt in die Sperrzone war unumgänglich. Nur mit einem gültigen Pass und der Aufenthaltsgenehmigung, die schon zuvor beantragt werden musste, kamen die beiden Freunde letztendlich auch in das Sperrgebiet.

In der Reisegruppe, die aus insgesamt sechs deutschen Touristen bestand, waren auch strenge Regeln ausgesprochen worden. Nichts anfassen, festes Schuhwerk, lange Hose, nicht den markierten Weg verlassen, Essen und Trinken nur im Bus und beim Tour Leiter bleiben waren nur ein paar Regeln, andie man sich halten musste. Auch hat jeder Tour-Teilnehmer einen Geigerzähler bekommen.

Natur erobert sich zerstörte Stadt zurück

Beeindruckende Bilder aus Tschernobyl

Schönlinner und Steinlehner erzählten der Agentur TimeBreak21 exklusiv vom Besuch im Sperrgebiet. "Wir besuchten Schulen, Krankenhäuser, das Fußballstadion, aber auch Privatwohnungen", so Andreas Schönlinner. "Das Unfassbare an allem ist jedoch die Kraft der Natur. Zu sehen wie ganze Ortsteile im Wald verschwinden und Teerstraßen zuwachsen, ist unbegreiflich", so Schönlinner weiter. 

Ein unbegreifliches Gefühl, das die beiden Freunde nicht in Worte fassen können war der Aufenthalt in Tschernobyl jedoch allemal. "Man erlebt bei dieser Reise alle Gefühlslagen" so Steinlehner. Den Aufenthalt im Sperrgebiet bereuen die beiden auf keinen Fall. "Durch die Führung eines erfahrenen Tour Leiters mithilfe von modernster technischer Ausrüstung haben wir eine neue verständnisvolle Sichtweise von diesem Unglück erhalten, das sich vor 30 Jahren ereignete", so die beiden abschließend.

TimeBreak21

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