Neuer BRK-Chef will wieder Vertrauen aufbauen

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Josef Jung.

Altötting/Mühldorf - Altöttings BRK Chef Josef Jung hat vorübergehend die Geschäftsführung des Roten Kreuzes in Mühldorf übernommen.

Dabei steht er seiner neuen Aufgabe zwiegespalten gegenüber. "Keine Frage, ich freue mich riesig, vor allem über das Vertrauen, das man mir entgegenbringt!" Dennoch: seine bisherigen Aufgaben als Kreisgeschäftsführer des BRK Altötting fordern ihn zeitlich bereits enorm. "Unendlich kann ich meine Arbeitszeit auch nicht aufstocken. Aber etwas Raum habe ich trotzdem noch."

Und noch eins bereitet Jung Sorgen. "Ich treffe da zweifelsohne auf eine schwierige Situation." Denn für den 52-Jährigen steht fest: Die bisherige Geschäftsführung und Vorstandsvorsitzenden, Marc Elsner und Susanne Engelmann, haben so einige Fehler gemacht und auf diese Weise etwas Wertvolles verspielt: das Vertrauen der Mitarbeiter. "Elsner und Engelmann haben sich isoliert und eigene Ziele mit teils harten Mitteln durchgesetzt".

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Details über die Geschehnisse beim Mühldorfer BRK kennt Jung nach eigenen Angaben nicht. Bisher war er noch außen vor. Dennoch kann er die Fehler von Elsner und Co. klar benennen: "Die haben nicht genug kommuniziert, zu wenig auf die vielen Mitarbeiter gehört, zu wenig Input anderer in ihr eigenes Denken mit aufgenommen. Vielmehr hat vor allem Elsner eigene Ideen entwickelt und diese konsequent durchgesetzt - aber so sollte es nie laufen, vor allem beim BRK nicht."

Das BRK zeichnet sich für Jung gerade dadurch aus, dass viele wertvolle Kräfte sich zusammenfinden, um etwas Gutes zu tun, Sozialhilfe zu leisten und Synergien zu entwickeln. "Das hat die ehemalige Mühldorfer Geschäftsführung teilweise zerstört."

"Ich bin fest überzeugt, dass ich das Steuer rumreißen kann!" Natürlich muss sich Jung jetzt erstmal in seine neue Aufgabe einarbeiten. "Ich kenne die Situation nicht gut genug. Wichtig ist jetzt erstmal eine Analyse dessen, was vorhanden ist. Dann kann ich mehr sagen, über künftige Projekte und Schwerpunkte der BRK-Arbeit." Ganz oben auf der Liste des neuen Geschäftsführers steht das Gespräch mit sämtlichen Mitwirkenden. "Wir müssen wieder Vertrauen aufbauen! Das hat oberste Priorität! Dafür will ich von allen wissen, wo sie stehen und wo sie mit dem BRK hinwollen. Und erst dann kann ich überhaupt überlegen, welche konkreten Schritte folgen müssen."

Eine mittelfristige Zusammenführung von Mühldorf und Altötting steht dagegen nach wie vor nicht zur Debatte "Das wäre nicht zielführend! Die beiden Kreise sind schon für sich genommen groß, zusammen wäre es schlichtweg zu unübersichtlich." Zumal Jung sich vor allem durch Präsenz auszeichnen will. "Ich bin jemand, der vor Ort sein will, der mit den Leuten reden will und Rückmeldung braucht. Das würde aber bei einer Zusammenlegung nicht klappen", so der 52-Jährige. Betriebswirtschaftlich würde es sicherlich Sinn ergeben, und deshalb schließt Jung auch nicht aus, nach einer gewissen Einarbeitungszeit Synergien zwischen den Landkreisen herauszuarbeiten. "Eine Idee wäre da etwa eine gemeinsame Werkstätte. Das würde Geld sparen, das man wiederum da einsetzen könnte, wo man es mehr braucht." Den Eindruck, dass er sanieren will und plant, Arbeitsplätze abzubauen, will Jung gar nicht erst entstehen lassen. "Ich will nicht als der Sanierer ankommen, sondern als der, der Sicherheit schafft."

ds/Mühldorfer Anzeiger

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