Ein Toter bei Unfall auf der B299

Crash: Welche Maßnahmen kommen jetzt?

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Am Sonntag ist bei einem Unfall auf der B299 ein Mensch ums Leben gekommen
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Altötting - Kreisverkehr, Ampelanlage oder eine zusätzliche Rampe? Wie kann der Knotenpunkt an der B299 sicherer gemacht werden? Das sagt das Bauamt:

Nach dem schrecklichen Unfall auf der B299 bei Altötting, bei dem ein Mensch ums Leben kam, ist eine Diskussion über die Sicherheit am Knotenpunkt von B299 und Mühldorfer Straße entbrannt. In einem Voting sprachen sich 71 Prozent unserer Leser dafür aus, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. In einem aktuellen Voting fragen wir die Leser, welche Maßnahme sinnvoll wäre. Aktuell (Stand Mittwochvormittag) sprechen sich knapp 50 Prozent der Leser für einen Kreisverkehr aus, etwa ein Viertel plädiert für eine Ampellösung und jeweils knapp zehn Prozent favorisieren beidseitige Geschwindigkeitsbegrenzungen beziehungsweise eine zusätzliche Rampe.

Die Verkehrsexperten in der Region beschäftigen sich seit Jahren mit dem Knotenpunkt. Wie Bauoberrat Peter Maltan vom Staatlichen Bauamt Traunstein im Gespräch mit unserer Redaktion sagt, wird sich die Unfallkommission (mit Vertretern von Bauamt, Polizei und unterer Verkehrsbehörde) nun erneut mit der Unfallhäufungsstelle befassen - das Gremium hätte turnusgemäß ohnehin im Frühjahr getagt und wird sich jetzt "zeitnah" zusammensetzen, so Maltan. Denkbar für den Knotenpunkt B299/Mühldorfer Straße sind bauliche, aber auch verkehrsrechtliche Maßnahmen (wie etwa zusätzliche Beschilderung). "Man muss sich das im Expertenkreis anschauen und analysieren. Man muss offen diskutieren", sagt Maltan. Einen konkreten Zeitplan für eine Entscheidung über künftige Maßnahmen gibt es nicht.

Die Vor- und Nachteile eines Kreisverkehrs:

Welche Maßnahme die sinnvollste ist, kann Maltan gegenwärtig noch nicht sagen. Der Bauoberrat warnt davor, sich schnell auf eine Knotenpunktsform einzuschießen. Sowohl ein Kreisverkehr als auch eine Ampellösung oder eine zusätzliche Rampe hätten Vor- und Nachteile. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit brächte ein Kreisverkehr in jedem Fall mit sich und nach einer ersten Einschätzung Maltans wäre für eine solche Maßnahme auch genug Platz vorhanden. Man müsse aber abwägen, wie es dann mit der Durchgängigkeit des Knotenpunkts aussieht. Immerhin ist die B299 eine durchgehende Verbindungsstraße und ein Zubringer zur A94.

Problematisch ist insbesondere, dass es auf der Mühldorfer Straße unmittelbar vor der Einmündung in die B299 bereits einen Kreisverkehr gibt. Wie Maltan erläutert, könne es zu Problemen im Verkehrsablauf kommen. "Immer wenn zwei Kreisverkehre so knapp beieinander liegen, können sie sich bei Spitzenverkehrszeiten überlagern."

Das bringt eine Ampelanlage:

Eine Ampelanlage sei von der Verkehrssicherheit ebenso wie der Kreisverkehr höher zu bewerten als die jetzige Situation, erklärt Maltan. Doch auch bei dieser Lösung stellt sich die Frage nach dem Verkehrsfluss auf der B299. Es gehe darum, die Verkehrsströme abzuwickeln. "Das können moderne Ampelanlagen. Man kann da steuernd in den Verkehr eingreifen", so Maltan. In diesem Punkt hätte die Ampelanlage also wohl einen Vorteil gegenüber einem Kreisverkehr.

Die Vor- und Nachteile einer Rampe:

Eine weitere mögliche bauliche Maßnahme wäre eine zusätzliche Rampe. Vom Kreisverkehr aus kann man schon jetzt die Staatsstraße 2550 (früher ein Abschnitt der B12) ansteuern, welche über eine Unterführung die B299 kreuzt. Baut man von der Staatsstraße aus eine zusätzliche Rampe zur B299, könnten Fahrzeuge, die heute von der Mühldorfer Straße aus links in die B299 einbiegen, künftig über den Kreisverkehr aus auf die St2550 fahren und dort über die neue Rampe in die B299 einfädeln. Das Linksabbiegen auf die B299, das vielen Verkehrsteilnehmern Schwierigkeiten bereitet, würde mit einer Rampe also wegfallen.

Offen ist aktuell aber noch, inwieweit eine zusätzliche Rampe umgesetzt werden kann. "Am bestehenden Knotenpunkt so etwas nachzurüsten, ist nie ganz einfach", erklärt Maltan. Dies gelte letztlich aber auch für einen Kreisverkehr oder eine Ampelanlage. Es müsste insbesondere geklärt werden, welche Konflikte durch eine Rampe auf der untergeordneten Straße entstünden.

Darüber hinaus sind auch Maßnahmen im verkehrsrechtlichen Bereich denkbar, etwa eine zusätzliche Beschilderung. Vor den Gesprächen der Unfallkommission möchte Maltan sich aber noch nicht zu konkreten verkehrsrechtlichen Maßnahmen äußern.

Diese Maßnahmen gibt es bereits:

In den vergangenen Jahren haben die Verkehrsplaner bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit zu erhöhen. Fahrzeuge aus Richtung Garching müssen seit 2006 ein Tempolimit von 60 km/h beachten und seit 2008 gibt es für Rechtsabbieger von der Mühldorfer Straße in die B299 eine Einfädelspur. Maltan ist davon überzeugt, dass diese Maßnahmen etwas gebracht haben. Es hätten sich zwar weiterhin Unfälle ereignet, die Unfallschwere sei aber - bis vergangenen Sonntag - nicht groß gewesen.

Nichtsdestotrotz bleibt der Knotenpunkt mit fünf Unfällen 2014 und zwei Unfällen alleine in den ersten Wochen des neuen Jahres eine Unfallhäufungsstelle. Gerade die Unfälle beim Linksabbiegen bereiten Maltan Kopfzerbrechen, schließlich ist die B299 von der Mühldorfer Straße aus gut einsehbar. Dass manche Autofahrer offenbar dennoch beim Linksabbiegen Fahrzeuge auf der B299 übersehen, zeigt der schreckliche Unfall vor drei Tagen. "Man kommt da an eine Grenze, dass man es erklären kann", sagt Maltan.

Stimmen Sie weiter ab, welche Maßnahme nun ergriffen werden sollte:

Voting Link für alle Mobile-Nutzer

Der tödliche Unfall am Sonntag:

Rettungseinsatz auf der B299

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