Jazzwoche: „Musikalisch unumstritten“

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Zugpferd der Jazzwoche 2011: Chick Corea.

Burghausen - Der Vorverkauf für die 42. Internationale Jazzwoche beginnt am Dienstag. Ein erster Blick aufs Programm zeigt: Es ist nicht das Festival der großen Namen - von Starpianist Chick Corea einmal abgesehen.

Doch Sorgen um die Jazzwoche 2011 muss man sich deshalb nicht machen: Für reichlich Abwechslung ist gesorgt, ein bunter Querschnitt zwischen Tradition und Moderne wartet nicht nur auf Jazzfans, sondern auf alle Musikliebhaber. Die Klammer bildet wie schon in den vergangenen Jahren der Nachwuchs: Die Endausscheidung des mit 15 000 Euro dotierten Nachwuchs-Jazzpreises eröffnet die Jazzwoche am Dienstag, 22. März, im Stadtsaal; der „Next Generation Day“ am Sonntag, 27. März, macht an gleicher Stelle den Abschluss. Zum Auftakt in der Wackerhalle gibt sich eine Jazz-Legende die Ehre: Chick Corea, der einst mit Miles Davis und Stan Getz zusammenspielte, ehe er zum Gründervater des Jazz-Rock avancierte, tritt im Duo mit Gary Burton am Vibraphon auf.

Eine durchaus bemerkenswerte Entscheidung der Veranstalter, hat doch Chick Corea aufgrund seiner Scientology-Mitgliedschaft immer wieder für Schlagzeilen gesorgt: Vor allem in den 90er Jahren, in denen er sich offen zu der umstrittenen religiösen Bewegung bekannte. „Musikalisch ist er unumstritten“, sagt Herbert Rießel, Erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft Jazz Burghausen. „Und was er privat macht, ist seine Sache. Filme mit Tom Cruise laufen ja auch in unseren Kinos.“ Zudem habe Corea seines Wissens das Thema Scientology auf der Bühne nie offen propagiert. „Wir kaufen ihn ja wegen seiner musikalischen Genialität ein. Alles andere interessiert uns nicht“, sagt Rießel. Bedenken, dass es einen öffentlichen Aufschrei wie einst in Stuttgart geben könnte, hat er nicht. Damals, 1993, wurde Corea von einem Konzert ausgeschlossen, das im Zuge der Leichtathletikweltmeisterschaft stattfinden sollte. Der Grund: Die Landesregierung Baden-Württembergs wollte die Subventionen für die Veranstaltung streichen, falls der Scientologe spielt. „Das ist lange her“, sagt Rießel. Bedenken, dass der Freistaat Bayern den Zuschuss in Höhe von 6000 Euro verweigern könnte, hat er nicht: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“

Lesen Sie mehr dazu morgen im Mühldorfer Anzeiger

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