Keine dauerhafte Lösung

Brunnen im Öttinger Forst sind vom Netz

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Landkreis Altötting - Am Dienstagnachmittag haben die Bürgermeister von Alt- und Neuötting und der Gemeinde Winhöring zwei Brunnen im Altöttinger Forst abschalten lassen. Grund:  Perfluoroctansäure (PFOA).

Nach der Senkung des Leitwertes für die PFOA-Belastung im Trinkwasser von 0,3 auf 0,1 Mikrogramm/Liter hatten die Städte Alt- und Neuötting sowie die Gemeinde Winhöring ein Problem: Selbst im Mischwasser aus den verschiedenen Brunnen, mit dem die drei Kommunen mit Trinkwasser versorgt werden, ist der Wert zu hoch. Am Dienstnachmittag haben die Bürgermeister von Alt- und Neuötting in Absprache mit dem Landratsamt die zwei mit PFOA belasteten Brunnen im Altöttinger Forst kurzfristig aus dem Wasserversorgungsnetz nehmen und abschalten lassen.

Handlungsbedarf

Winhöring, das keine eigenen Brunnen hat, hatte diese Abschaltung wenige Wochen zuvor bereits gefordert. Mit der Senkung des Leitwertes habe jetzt Handlungsbedarf bestanden, so Altöttings Erster Bürgermeister Herbert Hofauer im Telefonat mit innsalzach24.de am Mittwochmorgen. Die jüngsten Proben Ende Oktober hätten einen Wert von 0,15 Mikrogramm pro Liter ergeben. Die beiden mit PFOA belasteten Brunnen hätten sogar Werte von bis zu 0,3 aufgewiesen.

Bis auf weiteres wird das Leitungsnetz ab jetzt nur noch aus den Altöttinger Tiefbrunnen gespeist. Dieses Wasser ist frei von PFOA. Es werde noch ein paar Tage dauern bis alle Reste vom bisherigen Mischwasser aus den Leitungen verschwinden. Dann sei das Trinkwasser der drei Kommunen auch völlig frei von PFOA.

Keine Dauerlösung

Auf tertiäres Tiefenwasser zurückzugreifen sei keine Dauerlösung, so Hofauer weiter, allein schon wegen der amtlichen Vorgaben, wonach es zu schützen ist. Die Altöttinger Tiefenwasserbrunnen würden aber einen ausreichenden Nachlauf aufweisen. Dennoch wollen die drei Kommunen jetzt überlegen, was man tun kann: von der Behandlung PFOA-belasteten Wassers aus dem Öttinger Forst bis hin zum Neubau eines Brunnens. Schließlich gehen Experten davon aus, dass das Problem mit der PFOA-Belastung im Wasser im Öttinger Forst wohl noch die nächsten Jahrzehnte bestehen bleibt und sich der Wert noch erhöht.

Tertiäres Tiefenwasser ist um einiges weicher. Wir erinnern uns an den Erdkundeunterricht: Je länger ein Wasser durch den Boden und seine Schichten sickert, desto mehr wird es ausgewaschen. Soll heißen: Je tiefer ein Grundwasserstock liegt, desto weicher ist sein Wasser. Der Härtegrad werde sich von 16,5 auf 7,3 verringern, so Hofauer im Telefonat mit innsalzach24.de.

Ganz praktisch gesehen

Das bedeutet beispielsweise weniger Kalk-Rückstände in Kaffeemaschine oder Wasserkocher. Auch Bierbrauer freuen sich über Wasser mit einem niedrigeren Härtegrad wenn die Umstellung, wie hier, mit rechtzeitiger Information darüber erfolgt. So berichtet Georg Hell sen. vom Hell-Bräu in Altötting im Telefonat mit innsalzach24.de: „Das ist alles korrekt gelaufen. Wir können unsere Wasseraufbereitung darauf einstellen“. Probleme gebe es nur dann, wenn ohne Vorwarnung ein anderes Wasser aus der Leitung kommt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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