Unfall im Kuhstall

Nummer 638 bricht einem Bauern den Arm

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Landkreis Altötting - War es eine existentielle Krise, die eine Kuh zur Gewalt greifen ließ? Die Polizei hat ganz eigene Vermutungen, warum ein Landwirt zu Schaden kam.

Dem Schreiber dieses Polizeiberichts ist noch aus seiner Jugend Mitte der sechziger Jahre geläufig, dass damals landwirtschaftliches Großvieh weiland im Besitz eines veritablen Eigennamens war. So kann er sich erinnern, dass am Burghauser Bergerhof beispielsweise an eine Milchkuh der Platzwechsel im Stall mit den freundlichen Worten „Flora, steh um!“ - akzentuiert mit leichtem Ellenbogendruck in die Seite - erfolgreich adressiert werden konnte. Auch ist uns allen noch das freiheitsliebende Nutztier geläufig, das im Nachbarlandkreis seine bovine Individualität ausleben wollte und dazu mit dem wohlklingenden und medienwirksamen Vornamen „Yvonne“ - wahlweise auch „Angie“ oder „Bambi“ - versehen, über Monate in die Wälder, Flure und Auen nahe Zangberg entsprang.

Gänzlich anders verhielt sich am gestrigen Abend eine Kuh im nördlichen Landkreis Altötting. Vielleicht war es ihre Verstimmung ob der Reduktion ihrer Rindspersönlichkeit auf die technokratische „Nr. 638“ geschuldet, die sie bewog, den sie fütternden Jungbauern anzurempeln. Als dieser diesen eventuell stummen Hinweis auf die eigene Namenlosigkeit auch noch durch Zudrehen des Rückens quittierte, stieß sie ihn hinterrücks vollends zu Boden. Dabei ging nicht nur die geschäftsmäßige Beziehung zwischen Tier und Eigentümer sondern auch der linke Oberarm des Landwirtes zu Bruch, der sich nach dem Angriff nur noch aus dem Stall retten konnte.

Über den weiteren Verlauf der missglückten Kontaktaufnahme liegen der Polizeiinspektion Altötting keine Erkenntnisse vor. Jedoch scheint der Haus- (oder eher der Stall-) segen ob der Attacke derart unüberbrückbar schief zu hängen, dass „Nr. 638“ vermutlich dem Metzger überantwortet werden könnte.

Pressemeldung Polizeiinspektion Altötting

Rubriklistenbild: © dpa

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