Lärmfrage geklärt

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Der Schutz der Zauneidechse liegt den Naturschutzbehörden am Herzen. Entsprechende Unterlagen, in denen Iliotec Ausgleichsflächen für das Reptil sicher stellt, liegen nun vor - nach Klärung der Lärmfrage ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung endgültiger Baugenehmigung.

Töging/Erharting - Aus rechtlicher Sicht ist die Lärmfrage geklärt. Ein Gutachten stellt klar, dass die Lärmbelastung durch die Fotovoltaikanlage an der A94 "mit größter Wahrscheinlichkeit" nicht größer wird.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Genehmigung des Bauwerks, aber längst nicht der letzte. Für die Töginger und Erhartinger Gegner ist das jüngste Gutachten des Landesamts für Umweltschutz eine Hiobsbotschaft: Trotz der Fotovoltaikanlage und dem damit veränderten Schallverhalten "ist mit größter Wahrscheinlichkeit keine Erhöhung der Lärmwerte in Töging zu erwarten." Das Gutachten räumt zwar ein, dass sich der Schall auf dem harten Untergrund der Fotovoltaikanlage anders verhält als auf dem weichen Untergrund des erdenen Lärmschutzwalls. Allerdings sei diese Schallreflexion nur unmerklich lauter, so dass - aller Wahrscheinlichkeit nach - keine Lärmschutzgrenzwerte überschritten werden. Herbert Hoch, zuständiger Geschäftsbereichsleiter am Mühldorfer Landratsamt: "Für uns ist die Lärmfrage nun geklärt, genehmigungsrechtlich steht nun fest, dass es durch die Anlage nicht lauter wird."

Steht damit die Genehmigung der Anlage auf Mühldorfer Seite kurz bevor? Hoch: "Nein. Aufgrund fehlender Unterlagen ist der Antrag noch nicht entscheidungsreif." Bereits seit mehreren Wochen stünden dem Landratsamt noch Unterlagen zum Umweltschutz aus, die Iliotec noch nicht beziehungsweise nur unvollständig eingereicht habe. Laut Iliotec-Projektleiter Jürgern Berg seien diese fehlenden Unterlagen nun bei der Regierung von Oberbayern eingegangen. Kernstück der Unterlagen: eine sogenannte SAP, eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung. Für die Altöttinger Seite der Anlage war bereits 2007 eine SAP erstellt und entsprechende Maßnahmen festgelegt worden. Für Flora und Fauna bedeuten jedoch zwei Jahre eine lange Zeit, weshalb nun erneut die Arten und Anzahlen von Gräsern, Kräutern und Heuschrecken im Bereich der Anlage entlang der Autobahn untersucht werden mussten.

Als besonders schützenswert erachten die Naturschutzbehörden dabei die Zauneidechse. Hatte der Landkreis Altötting vor zwei Jahren bereits Ausgleichsflächen für die Population dieses Reptils gefordert, wird Iliotec wohl auch im Landkreis Mühldorf um neue Räume für das zirka 15 Zentimeter lange Tierchen sorgen müssen. Dann jedoch, so wünscht es sich zumindest die Firma Iliotec, dürfte der Genehmigung für die Fertigstellung der Anlage nichts mehr im Weg stehen. Berg: "Ich wüsste nicht, was dann noch alles kommen könnte."

zip/Mühldorfer Anzeiger 

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