E10: Nicht so schlecht, wie sein Ruf?

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Landkreis - E10 ist in aller Munde, aber in den Lankreisen Altötting und Mühldorf an vielen Tankstellen noch gar nicht erhältlich.

Kopfschütteln, Unverständnis, Beschwerden - Der Bio-Kraftstoff E10 sorgt sowohl bei Tankstellen-Betreibern als auch bei Kunden für Unmut. Manch einer vermutet sogar Betrug. Dabei ist E10 an vielen Tankstellen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf noch gar nicht erhältlich. 

"Wollte vorhin E10 tanken ist auch groß an eurer Anzeigetafel [Agip Tankstelle in Altötting] ausgeschrieben. Kam dann zur Zapfsäule, da wurden einfach die Zapfpistolen mit Super 95 überklebt und es hängt ein Zettel aus, dass es zur Zeit kein E10 gibt und derzeit nur das alte Super 95 erhältlich ist. Nun fragt man sich als Autofahrer, was ist mit dem E10 Sprit aus den Tanks der Tankstelle passiert? Wenn fast keiner E10 getankt hat, wo ist es hin? Habe den Verdacht, dass es nur überklebt wurde und nun als Super 95 verkauft wird." So äußert ein User seinen Unnmut in einem Brief an die Redaktion.

Für Aufklärung sorgt Jürgen Fuchs von der besagten Agip Tankstelle in Altötting. "Die bayerischen Agip Tankstellen haben bisher noch gar kein E10 erhalten. Es steht zwar schon an der Anzeigetafel, weil wir es ab Mitte Februar bekommen sollten, wegen der öffentlichen Diskussion wurde das aber gebremst und jetzt müssen wir abwarten." An der Zapfsäule selbst stehe aber Super 95. E10 werde die Tankstelle sicher noch erhalten, wann sei allerdings unklar.

In der kommenden Woche rechnet Dietmar Breintner von der Mühldorfer Shell Tankstelle hingegen damit. "E10 ist wahrscheinlich gar nicht so schlecht, wie sein Ruf", meint der Fachmann. "Wenn 95 Prozent der Autos ihn vertragen und er in Frankreich zum Beispiel schon länger getankt wird, dann kann er gar nicht so verkehrt sein." Ärger darüber, dass er den Bio-Kraftstoff künftig an seiner Tankstelle verkaufen muss, empfindet Breintner darum nicht. "Es ist wichtig, dass die Leute die Schreckgespenster um das E10 vergessen."

Eine Woche lang ist E10 an der Töginger Rieger Tankstelle verkauft worden. "Es lief sehr schlecht, darum verkaufen wir es jetzt nicht mehr", berichtet Christiane Rieger. "Ich bin froh darüber und versuche das auch solange wie möglich durchzuziehen." Ein ähnliches Bild zeigt sich an der Avanti24 Tankstelle in Egglkofen. Dort wird der Bio-Kraftstoff seit Anfang März verkauft, so recht scheint ihn aber niemand haben zu wollen. "Wir müssen damit leben", meint Roswitha Willeitner. Hätte sie eine Wahl, wäre E10 aber nicht im Sortiment ihrer Tankstelle.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Wirren um das E10 bald auflösen. Denn eins steht fest: Ob Betreiber und Kunden wollen oder nicht, den Bio-Kraftstoff wir es bald an allen Tankstellen geben.

Anette Mrugala

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